Datenschutz: Ford

Kundenumfragen

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

Inhalt

"Hinter den Vorhang" schicken wir Unternehmen, die nicht sehr entgegenkommend waren oder nur wenig Kulanz zeigten. - In diesem Fall geht es um eine Datensammelaktion von Ford, die als Zufriedenheits-Check- und Service-Verbesserungs-Umfrage getarnt ist.

Immer weniger Menschen sind bereit, leichtfertig und unreflektiert persönliche Daten preiszugeben. Es wäre schön, wenn auch die Unternehmen zur Kenntnis nehmen würden, dass Aktionen, die offensichtlich dem Sammeln von Adressen dienen, bei der Kundschaft schlecht ankommen.

Online-Umfrage: Zufriedenheits-Check und Service-Verbesserungen

Jüngstes Beispiel: Ein Leser hat uns in einem Online-Kommentar auf eine in vielen EU-Ländern durchgeführte Online-Umfrage des Autoherstellers Ford aufmerksam gemacht, in der es nach außen hin um einen Zufriedenheits-Check und Service-Verbesserungen geht. Als Belohnung werden unter den Teilnehmern Gutscheine für bekannte Online-Händler verlost. Um die Umfrage zu starten, muss man ein von Ford erstelltes Kennwort eingeben. Die Frage drängt sich auf, ob damit nicht ohnehin bereits jegliche Anonymität dahin ist.

Ford als Sponsor von Maritz

Ein Blick in die sechsseitigen Teilnahmebedingungen und die fünfseitige Datenschutzrichtlinie fördert jedenfalls Bedenkliches zutage. So ist hier nur noch am Rande von einer Meinungsumfrage die Rede; Ford tritt vielmehr als Sponsor einer monatlichen Verlosung auf, die von der Firma Maritz mit Sitz in Großbritannien administriert wird. Dabei handelt es sich allerdings nur um die Europa-Niederlassung eines amerikanischen Unternehmens, weshalb folgender Satz nicht verwundert: „Durch Teilnahme an der Verlosung erklären sich Bewohner des Österreich [sic!] damit einverstanden, dass ihre persönlichen Daten an Länder außerhalb der EU übertragen und dort verarbeitet werden und dass sie sich daher nicht auf dieselben Datenschutzgesetze wie innerhalb der EU stützen können.“

Reine Datensammelaktion

Wer persönliche Daten bekannt gibt, muss seine vage Hoffnung darauf bauen, dass gemäß den Bestimmungen des US-Handelsministeriums „ein angemessenes Datenschutzniveau garantiert ist“. Auch werden die Daten natürlich nur innerhalb der Ford Motor Company weitergereicht und nicht an Drittanbieter – sieht man von der Firma Maritz jetzt einmal großzügig ab. Unterm Strich dient die Aktion der Sammlung neuer bzw. der Aktualisierung vorhandener Kundendaten. Ob die Aussicht auf einen der 51 Gutscheine (1 x 2.500 Euro; 50 x 50 Euro) die kostenlose Verschiffung persönlicher Daten nach Übersee lohnt, bleibt dahingestellt.

 

Die Namen betroffener Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

 

 

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