Elektroräder

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KONSUMENT 8/2011 veröffentlicht: 22.07.2011

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Bremsen, Schaltung, Akkutyp

BREMSEN

Felgenbremse
Eine Felgenbremse nimmt die Felge des Rades in die Zange. Durch Reibung von Bremsklötzen auf den Seiten der Felgen entsteht eine Bremswirkung. In unserem Test kamen hydraulische und mechanische Felgenbremsen vor.

Mechanische Felgenbremsen
Die am weitesten verbreiteten Bremsen sind mechanische Felgenbremsen, bei Anziehen des Handgriffes werden über den Bowdenzug (Bremsseil) die Bremsbacken zur Felge gedrückt. Nachteil der mechanisch betätigten Felgenbremse ist, dass diese, ohne regelmäßige Einstellung, selten gleichmäßig bremst. Dadurch nützen sich die Bremsbacken ungleichmäßig ab.
Hydraulische Felgenbremsen
Bei Betätigung des Bremshebels wird Druck auf die Bremsflüssigkeit in der Leitung ausgeübt, wodurch die Bremsgummis gegen die Felge gepresst werden. Der Vorteil der hydraulischen Bremse ist, dass gegenüber Bowdenzügen keine Reibungsverluste entstehen. Somit ist sie leichter zu bedienen und  zu dosieren. Hydraulische Bremsen nutzen beide Seiten in gleichem Maße ab.
ACHTUNG: Fahren Sie vorsichtig bei Nässe! Hierbei lässt die Bremswirkung beider Felgenbremsen deutlich nach.

Scheibenbremse
Bei dieser Bremstechnik werden die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe gedrückt. Bei Nässe sind Scheibenbremsen zu empfehlen. Diese Bremsart ist sehr zuverlässig, aber nur in Verbindung mit  hydraulischen Bremsleitungen sinnvoll.

Rücktrittbremse
Die Rücktrittbremse ist in der Hinterradnabe integriert. Durch Zurücktreten des Pedals entsteht die Bremswirkung. Oftmals findet man diese Bremsart bei Kinderfahrrädern. Bei Rädern für Erwachsene gibt es die Rücktrittsbremse meist zusammen mit einer Nabenschaltung (siehe unten). Die Nachteile dieser Bremse liegen in ihrer schlechten Dosierbarkeit und der Stellung der Pedale, welche beim Anhalten nicht verändert werden kann.

Rollenbremse
Die Rollenbremse ist eine Weiterentwicklung der Rücktrittsbremse mit Handhebelbedienung per Seilzug. Sie wird für Vorder- und Hinterrad verwendet.

SCHALTUNG

Nabenschaltung
Eine Nabenschaltung ist in der Radnabe des Hinterrades eingebaut. Das Getriebe mit all seinen Komponenten ist gut geschützt, wodurch auch der Verschleiß einer Nabenschaltung im Vergleich zu einer Kettenschaltung sehr gering ausfällt. Der Aufwand bei der Herstellung ist ein höherer, weswegen der Kaufpreis gegenüber einer Kettenschaltung entsprechend höher ist. Nabenschaltungen sind nahezu wartungsfrei und schmutzunempflindlich. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man auch im Stehen die Gangschaltung betätigen kann. Nachteil: Bei hoher Belastung (stärkere Steigungen) ist ein Gangwechsel kaum möglich. Nabenschaltungen besitzen einen höheren Reibungwiderstand als Kettenschaltungen und verfügen über weniger Gänge.

Kettenschaltung
Vorne sind verschieden große Kettenblätter und hinten verschieden große Ritzel. Beim Schalten verändert der Fahrer die Übersetzung zwischen Tretkurbel und Hinterrad, um den Kraftaufwand an die Streckenverhältnisse anzupassen. Bei einer Kettenschaltung sind die Gänge leicht variierbar (große Abstufungsmöglichkeit) und sie sind einem geringeren Widerstand ausgesetzt als bei einer Nabenschaltung. Daher bieten sie eine bessere Kraftübertragung, was jedoch mit höheren Wartungsaufwendungen (schmieren, einstellen, usw.) verbunden ist. Bei Kettenschaltungen ist der Gangwechsel nur beim aktiven Fahren möglich.

AKKU-TYP

Lithium-Akkus
Am gebräuchlichsten sind derzeit Akkus in Lithium-Technologie. Ihr Vorteil gegenüber Blei-Akkus und Nickel–Metallhydrid–Akkus ist das geringere Gewicht, die höhere Energiedichte sowie der Wegfall des Memory-Effekts.
In unserem Test sind drei Akkutypen vertreten: Li-Ion (Lithium-Ionen), Li-Po (Lithium-Ionen-Polymer-) und Li-Ion-Mg (Lithium-Ionen-Mangan). Es gibt zwar technische Unterschiede, für den Konsumenten lassen sich daraus aber keine Vor- und Nachteile angeben, weswegen wir hier nicht auf die einzelnen Typen eingehen.
Für alle Akkus gilt: Laden Sie sie nicht in der Nähe von brennbarem Material auf und verwenden Sie unbedingt das mitgelieferte Ladegerät.

Leistung des Pedelecs
Kapazität des Akkus in Amperstunden (Ah) + Spannung des Akkus in Volt (V)
Die angegebenen Ah (Amperstunden: Stromstärke x Zeitdauer) sind die Anzahl der Ampere, die der Akku in einer Stunde liefern kann; danach ist er leer. Hohe Amperestundenzahlen (Ah) des Akkus sind nicht zwangsläufig Maßstab für Leistung oder Reichweite eines Elektrorades. Erst in Verbindung mit der Spannung (Volt) ergibt sich die eigentliche Leistung in WH (Wattstunden)!  Eine höhere Spannung (Volt) bei gleicher Amperestundenzahl (Ah) bringt eine höhere Leistung des Pedelecs.

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Kommentare

  • Energieverbrauch bescheiden?
    von irmgardp am 01.08.2011 um 19:40
    5000 km mit 0,3 Quadratmetern Solarpanels - aber kommt nicht für die meisten der Strom aus der Steckdose? und wir sollten Strom sparen?
  • max. Leistung eMotor
    von fian am 29.07.2011 um 21:25
    lt. KFG sind nicht 250 sondern stolze 600 Watt Motorleistung zulässig. Die Geschwindigkeit ist tatsächlich auf max. 25 km/h beschränkt: Nachzulesen hier: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/4/Seite.280200.html
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