KONSUMENT.AT - Flug: Billig-Airlines - Keine Milchmädchenrechnung

Flug: Billig-Airlines

Augen auf beim Preisvergleich

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Konsument 2/2010 veröffentlicht: 13.01.2010, aktualisiert: 15.01.2010

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Keine Milchmädchenrechnung 

Der günstigste Ticketpreis ist nämlich noch lange nicht das beste Angebot. Das Ticket allein kostet oft weniger als die Steuern und Gebühren, die hinzugerechnet werden. Dank gesetzlicher Regelungen ist aber schon beim ersten Buchungsschritt ersichtlich, dass zum Ticketpreis von, sagen wir, 2,99 Euro zusätzlich etwa 32 Euro an Taxen fällig werden.

Weiters werden bei nahezu allen Airlines, selbst bei namhaften Linien, Buchungsgebühren in Rechnung gestellt, im Schnitt 5 Euro pro Strecke. Bei Billigfluglinien sind das jedoch noch immer nicht alle Zusatzkosten, mit denen Sie rechnen müssen. Diese Anbieter sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, dem buchungswilligen Passagier in kleinen Portionen mehr und mehr Geld abzunehmen.

Gebühren in Stück und Kilo

Der größte Brocken sind die Gepäckgebühren. Für das erste Gepäckstück werden in der Regel um die 10 Euro pro Strecke eingehoben. Achten Sie darauf, das Gepäck schon bei der Ticketbuchung mitzubuchen – kommen Sie mit einem nicht gemeldeten Koffer an den Schalter, wird deutlich mehr verrechnet; so kostet z.B. bei Germanwings ein Gepäckstück übers Internet 6 Euro, wenn Sie erst am Flughafen Bescheid geben hingegen 20 Euro.

Vermeiden Sie als Paar den Fehler, alles in einen Koffer zu packen, ohne nachzuwiegen. Ein Übergepäckzuschlag wird bei einigen Linien bereits ab 15 Kilo verlangt, und die Gebühren sind happig – bis zu 20 Euro pro Kilo! Beschränken Sie auch das Handgepäck auf die zulässigen Werte (max. 55 x 40 x 20 cm und 8 kg), sonst wird es unter Umständen in den Frachtraum verladen und die üblichen Gepäckgebühren stehen an. Das könnte Ihnen bald auch bei der spanischen Iberia blühen. Sie ist die erste alteingesessene Fluggesellschaft, die laut über eine Gepäckgebühr nachdenkt; kolportiert werden 15 Euro für den ersten Koffer.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Bei normalen Flügen ist es üblich, dass beim Einchecken ein fixer Sitzplatz zugewiesen wird, den man sich nach Verfügbarkeit aussuchen kann. Bei vielen Anbietern können Sie aber schon bei der Buchung einen Fixplatz reservieren – gegen Aufpreis. Bei Vueling beispielsweise zahlen Sie 3 Euro für einen Basisplatz, 5 Euro für einen Optimumplatz, 13 Euro für einen XL-Platz und 30 Euro für einen Duoplatz. Bei Ryanair und EasyJet wiederum gilt das Prinzip der freien Sitzplatzwahl, was beim Einsteigen in die Maschine zu heftigem Gedränge führt. Bei ausgebuchtem Flieger kann es passieren, dass man als reisendes Paar weit auseinander sitzt. Gegen eine Gebühr dürfen Sie vor dem Gros der Passagiere an Bord und haben so die erste Wahl.

Die Fantasie, durch Gebühren Zusatzeinnahmen zu lukrieren, ist grenzenlos. Am einfallsreichsten ist Ryanair. Es gibt prinzipiell eine Gebühr für den verpflichtenden Online-Check-in, und bis vor Kurzem dachte man noch über eine Toilettenbenutzungsgebühr an Bord nach. Weitere Ideen, wie eine Zusatzgebühr für übergewichtige Passagiere, Stehplätze in der Maschine oder die Aufforderung an die Passagiere, ihr Gepäck selbst zum Flugzeug zu tragen, um Flughafengebühren zu sparen, werden bei Ryanair allen Ernstes diskutiert.