KONSUMENT.AT - Fluggepäck: verspätet, verschwunden, beschädigt - Anspruch auf Zeitwert verlorener Gegenstände

Fluggepäck: verspätet, verschwunden, beschädigt

Ärger am laufenden Band

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KONSUMENT 6/2016 veröffentlicht: 25.05.2016, aktualisiert: 24.05.2017

Inhalt

Info an die Fluglinie

Auch wenn Sie das Fehlen des Gepäcks ­bereits am Flughafen mittels PIR gemeldet ­haben, müssen Sie unbedingt ein weiteres Schreiben an die Fluglinie richten, mit der Sie zuletzt geflogen sind (am besten per ­Einschreiben). Ab verspäteter Zustellung des Gepäcks haben Sie dafür maximal 21 Tage Zeit. Erwähnen Sie die Verspätung und f­ordern Sie einen Ersatz der Kosten für die Einkäufe. Kopien von Ticket, Boardingpass, Gepäcksabschnitt, PIR und den Rechnungen für die Ersatzanschaffungen sind beizulegen.

Verlorenes Gepäck

Ist das Gepäckstück nach 21 Tagen noch nicht aufgetaucht, gilt es offiziell als ver­loren. Informieren Sie die Fluggesellschaft nach ­Ablauf dieser Frist sofort schriftlich darüber. Zusätzlich zum Ersatz der Kosten für not­wendige Einkäufe binnen dieser 21 Tage haben Sie dann Anspruch auf Schadenersatz für den Verlust des Koffers samt Inhalt. Den allge­meinen Schadenersatzregeln zu­folge ­besteht dabei lediglich Anspruch auf den Zeitwert der verlorenen Gegenstände. Natürlich ist es nicht möglich, zu beweisen, was alles im verlorenen Gepäckstück war, und die Fluglinie kann nicht die Rechnungen für alle Gegenstände ein­fordern.

Grundsätzlich gilt allerdings: Je mehr Rechnungen, desto besser. Dadurch erhöht sich die Glaubwürdigkeit der Angaben. Die Rechnungen für am Urlaubsort getätigte Einkäufe sollten sie für den Fall, dass das Gepäck am Heimflug verloren geht, sicherheitshalber im Handgepäck aufheben.

Beschädigtes Gepäck

Erhalten Sie das Reisegepäck beschädigt ­zurück, besteht Anspruch auf Ersatz der ­Reparaturkosten. Achtung: Für Ihr Schreiben an die Fluglinie, in dem Sie die Beschädigung reklamieren, haben Sie maximal sieben Tage Zeit. Wer länger zuwartet, verliert seine Ansprüche. Oft bitten Fluggesellschaften vorab um die Übermittlung eines Kostenvoranschlages. Diesen erhalten Sie in Fachgeschäften, wobei die Airline mitunter Vertragspartner nennt, die dazu aufzusuchen sind. Wird der Schaden als irreparabel eingestuft, kann Ersatz in Höhe des Zeitwertes des Gepäckstücks eingefordert werden.

Auch dieser Wert ist von der aufgesuchten Fachfirma zu benennen. Die Airline haftet nicht, wenn das aufgegebene Gepäckstück bereits mangelhaft war oder ein aufgegebener Gegenstand nicht fachgerecht verpackt war. Dies kommt bei Sondergepäck (z.B. bei Sportgeräten, Musikinstrumenten) gelegentlich vor.

Maximaler Ersatzbetrag

Für beschädigtes, verspätetes und verloren gegangenes Gepäck gibt es hinsichtlich der Entschädigungszahlungen einen Haftungshöchstbetrag. Dieser liegt derzeit bei etwa 1.300 Euro. Eine über diesen Betrag hinausgehende Zahlung können Sie nur geltend machen, wenn Sie vorab eine entsprechende Erklärung bei der Airline abgegeben und ­einen Zuschlag für das Gepäckstück entrichtet haben. Die meisten Fluglinien erwähnen in ihren Allgemeinen Beförderungsbe­din­gungen (ABB) auch, was Sie im Handgepäck befördern müssen – sonst gibt es keinen Schaden­ersatz. Neben Geld, Schlüsseln, Ausweisen und anderen wichtigen Dokumenten sind das auch Schmuck und zerbrechliche Wertgegenstände wie Kameras und ­Laptops. Also aufpassen beim Packen!

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