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Gebrauchte Autokindersitze

Gefährliche Schnäppchen

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Konsument 6/2001 veröffentlicht: 01.06.2001

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Crashtest

Was die veralteten Rückhaltesysteme im Ernstfall taugen, zeigte sich im Crashtest. Die Versuchsanordnung simulierte einen Frontalzusammenstoß mit rund 50 Stundenkilometern, wobei die bei der Begutachtung festgestellten Mängel nach Möglichkeit behoben worden waren. Trotz einiger Patzer erwiesen sich die meisten Babyschalen der Gruppe 0 (bis zu einem Gewicht von 10 Kilogramm) als halbwegs crashsicher. Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die rückwärts gerichteten Liegeschalen den Körper des Kindes recht gut schützen, auch wenn die Begleitumstände nicht optimal sind. Die Kopfbelastung blieb immer gering, selbst wenn der Dummykopf beim Zurückpendeln gegen die Lehne des Autositzes prallte. Allerdings wurde in vier Fällen der Kopf zu weit nach vorne verlagert, sodass Verletzungen durch einen Kontakt mit dem Vordersitz nicht auszuschließen sind.

Anders bei den Gruppe-1-Sitzen (9 bis 18 kg). Nur ein Sitz blieb unter den von der ECE-Norm festgelegten Grenzwerten für die Kopf- und Brustbelastung sowie für die Kopfverlagerung. Es ist wohl kein Zufall, dass es der einzige R44/03-Sitz in dieser Gruppe war, alle anderen hatten entweder das alte R44/02-Prüfzeichen oder überhaupt keines. Die Kopfbelastung überstieg in vier Fällen einen HIC-Wert von 1000, die tödliche Verletzungen wahrscheinlich erscheinen lassen. Der höchste gemessene Wert von 2700 war sogar dem erprobten Dummy-Genick zu viel. Das 6mm-Stahlseil, das Kopf und Rumpf verbindet, riss, der Kopf wurde weggeschleudert.

Fazit: Der Belastung, die bei einem Frontalcrash auf einen Kinderkörper in einem nach vorne gerichteten Rückhaltesystem einwirkt, war keines der getesteten Modelle der Version R44/02 gewachsen. Gebrauchte Gruppe-1-Kindersitze älterer Bauart stellen also ein nicht kalkulierbares Sicherheitsrisiko dar. Aber auch bei den rückwärts gerichteten Babyschalen können aufgrund möglicher verborgener Mängel nicht einmal Experten mit Gewissheit feststellen, ob sie einem Crash standhalten. Ältere Sitze sind darüber hinaus gegen einen seitlichen Aufprall schlecht gerüstet: Ihnen fehlen in der Regel aufpralldämpfende Einlagen, vor allem im Kopfbereich.

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