Kfz-Garantie: freie Werkstätten

Treue lohnt nicht

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KONSUMENT 7/2012 veröffentlicht: 28.06.2012

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Gruppenfreistellungsverordnung

Doch seit Juni 2010 ist dies für den Kfz-Bereich verboten. Mit der seit damals geltenden neuen Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) hat die EU auf das offensichtliche Wettbewerbsdefizit in dieser Branche reagiert, das für die Reparaturkostenexplosion verantwortlich gemacht wird. Um die "Freien“ nicht ganz aus dem Markt zu verdrängen, ­dürfen seither keine Garantiebeschränkungen der erwähnten Art mehr praktiziert werden.

Freie Wahl an Werkstätten und Ersatzteilen

"Das ermöglicht dem Autofahrer die freie Wahl der Werkstätte unter Wahrung sämtlicher Garantieansprüche, und das vom ersten Tag an“, so Wolfgang Dytrich. Dies gilt auch für Ersatzteile (sofern sie dieselben Anfor­derungen wie Originalteile erfüllen) – der Autohersteller darf die Garantie nicht mit der Begründung verweigern, dass Fremdteile im Auto eingebaut wurden.

Schwarze Schafe unter den Autoverkäufern

Doch einige Importeure scheinen diese gar nicht mehr so neue Bestimmung noch nicht richtig verdaut zu haben. Immer wieder ­weisen Autoverkäufer ihre Kunden darauf hin, dass die Garantie nur dann gelte, wenn sie immer brav zur Vertragswerkstatt pilgern. Vor allem bei Marken, die besonders lange Garantien gewähren, dürfte dies kein Einzelfall sein.

Für Branchenkenner ist das kein Wunder. In ihrem Wahn, den Absatz um jeden Preis zu maximieren, halten die Autohersteller bzw. deren Importeure ihre Vertragshändler so knapp, dass diese mit dem Verkauf eines Neuwagens keinen Gewinn erzielen, sondern unter Umständen sogar draufzahlen. Erst mit den Service- und Reparaturarbeiten kommen sie ins Verdienen.

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