Klangdesign

Musik der Motoren

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2000

Inhalt

Typisch Alfa: Doppelvergaser

Der Spielraum bei den Außengeräuschen ist beschränkt, so Dr. Brandl, für das Innengeräusch sind zwei Faktoren wesentlich: Auspuff und Luftansaugung. Details sind natürlich ebenfalls topsecret, aber als Tipp: Der früher typische Alfa- Sound entstand durch den Doppelvergaser. Wichtig sind die Größe und die Art des Luftfilters, die Länge der Rohrleitungen, die Form der Auspuffkrümmer und Auspufftöpfe, Dämpfmaterialien an der Karosserie und vieles mehr. Noch komplizierter wird die Angelegenheit dadurch, dass das Geräusch nicht nur beim Beschleunigen, sondern bei jeder Drehzahl optimal und angenehm sein soll.
„Fahrzeuge sind ein Orchester. Man muss wissen, wie und wann man etwas anders spielen muss, damit es anders klingt“, umschreibt Dr. Pflüger sein Verständnis von Sounddesign. Sie, die Akustiker, wären die Dirigenten, der Fahrzeughersteller der Komponist.
Am Ende des „Konsument“-Besuches in Graz dann noch ein Experiment: Im Psychoakustiklabor verrät Ing. Thomann, dass unter den 16 Geräuschen drei Ferrari wären. Obwohl ich einen Ferrari nicht einmal vom Vorbeifahren (geschweige denn selber fahren), sondern bestenfalls parkenderweise kenne, identifiziere ich alle drei Ferrari-Sounds auf Anhieb. Hier haben Komponist und Dirigent perfekte Arbeit geleistet: Ein Ferrari klingt wirklich so, wie er aussieht. Nur: Das kostet eben eine Kleinigkeit mehr.

Vieles, was wir als natürliches Geräusch empfinden, wurde im Labor entwickelt.

High-Tech und top secret: Klangdesign wird immer wichtiger.

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