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Leserbriefe

Konsument 8/2001

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Konsument 8/2001 veröffentlicht: 01.08.2001

Inhalt

Konsument 6/2001:
Serie Wohnen im Alter, Pflegeheime

Aus der Praxis

 Aufgrund der Erfahrungen, die ich bei Besuchen in drei Pflegeheimen gemacht habe, möchte ich einige Punkte betonen:

Die Unterbringung in Ein- und Mehrbettzimmern haben Sie genannt, wobei für Mehrbettzimmer oft mit dem Gemeinschaftsargument geworben wird. Da aber jedes freie Bett so bald wie möglich besetzt werden muss, kann kaum darauf Rücksicht genommen werden, ob die ZimmergenossInnen zusammenpassen. Ebenso wichtig scheint mir auch der Tagraum. Weiters die Möglichkeit, bei Schönwetter ins Freie (Garten, Parkanlage, Dachterrasse) zu kommen; für das Pflegepersonal ist das bei jedem Rollstuhlfahrer eine Mühe – aber ist es überhaupt möglich? Und geschieht es? Und wie schaut es für die Besucher aus? Bei den Zeiten ist auch die Frage, wann die Leute aus den Betten kommen (früh hinein müssen sie auf alle Fälle).

Und noch ein Punkt: Was geschieht den ganzen Tag? Werden Feste gefeiert? Wenn es Angebote an Sitzgymnastik, Musikvorführungen u.Ä. gibt, ist die große Frage, wie viele teilnehmen. Natürlich ist es wichtig, dass die Bewohner auch einmal Nein zu einem Angebot sagen dürfen (sie haben sowieso kaum Entscheidungsmöglichkeiten), aber es besteht die Gefahr, dass dem Pflegepersonal ein Nein so angenehm ist, dass es überhaupt nicht motiviert, ja gar nicht mündlich anbietet, wobei die Anschläge an der Pinnwand ja eher für Angehörige sind. Dass die Qualität sowie die Motivation des Pflegepersonals besonders wichtig sind, braucht nicht weiter betont zu werden.

Ich kann nur Ihre Empfehlung unterstreichen, sich die Heime gut anzuschauen (vielleicht ist da jemand, der sich über einen Besuch freuen würde) und mit allen Beteiligten zu sprechen.

Irmfried Speiser
Internet

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