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Der anspruchslose Bahnkunde

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Konsument 2/2004 veröffentlicht: 15.01.2004

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Kein Recht auf ordnungsgemäße Beförderung

Die überwiegende Zahl der Bahnfahrten verläuft ja problemlos. Doch wenn etwas schief geht, dann stellt man rasch fest: Ein Recht auf ordnungsgemäße Beförderung verkaufen die ÖBB mit dem Fahrschein nicht. Das bestätigt ein Blättern im „Österreichischen Eisenbahn-, Personen- und Reisegepäcktarif“ ÖPT ebenso wie ÖBB-Antworten auf Beschwerdebriefe sowie Gespräche mit Verantwortlichen in der ÖBB-Zentrale.

Kundenrechte klein geschrieben

Der ÖPT ist gespickt mit Formulierungen, die die Rechte der Bahnkunden klein halten, wie „Die Eisenbahn kann bei besonderen kaufmännischen, betrieblichen oder örtlichen Umständen die Beförderung von Reisenden sowie die Annahme und die Beförderung von Reisegepäck vorübergehend aussetzen“. Auch die Nichtbeförderung von Reisenden wird gerechtfertigt, „sofern die Beförderung durch Umstände verhindert wird, die die Eisenbahn nicht abzuwenden und denen sie auch nicht abzuhelfen vermag“ – unwillkürlich denkt man an den Streik im November 2003.

Fahrschein: leicht verderbliche Ware

Fällt eine geplante Reise ins Wasser, möchte natürlich jeder seine bereits gekaufte und aufgrund der meist knapp bemessenen Gültigkeitsdauer leicht verderbliche Ware Fahrschein zurückgeben und sein Geld wiederhaben. Diese Stornomöglichkeit sehen die ÖBB grundsätzlich vor, allerdings mit nicht unwesentlichen Einschränkungen. Pech hat, wer ganz im Trend der Zeit sein Ticket via Internet oder Handy gekauft hat: Für solche Tickets gibt es nämlich in keinem Fall Ersatz. Für ermäßigte Fahrscheine gibt es nur vor dem ersten Geltungstag Geld zurück. Bei anderen Fahrscheinen gibt es vor dem ersten Geltungstag den vollen Preis zurück, danach wird eine Bearbeitungsgebühr einbehalten: 10 Euro, wenn man Bargeld zurückhaben will; 5 Euro, wenn man mit ÖBB-Gutscheinen zufrieden ist.

Zehn Euro Bearbeitungsgebühr

Gültig sind Fahrscheine bis einschließlich 100 km nur einen Tag; ab 101 km bei einfacher Fahrt 3 Tage, bei Hin- und Rückfahrt einen Monat, wobei die Hinfahrt bis zum 3. Geltungstag angetreten werden muss. Vielfach unbekannt: Mit einem Fahrausweis für Hin- und Rückfahrt – eine Preisermäßigung gibt es dafür nicht – handelt man sich eine weitere Benutzungsbeschränkung ein. Kommt der Fahrgast auf die Idee, den Fahrschein zuerst für die „Rückfahrt“ zu nützen, so verfällt die „Hinfahrt“ ersatzlos.

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