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Der anspruchslose Bahnkunde

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Konsument 2/2004 veröffentlicht: 15.01.2004

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Kein Recht auf Sitzplatz

Auch wer glaubt, mit seinem Fahrschein das Recht auf einen Sitzplatz zu kaufen, irrt. Grundsätzlich hat niemand – trotz gültiger Fahrkarte – ein Recht darauf. So dezidiert formulieren das die ÖBB in ihrem ÖPT nur für Kinder: „In Begleitung reisende Kinder, für die kein Sitzplatz beansprucht wird, werden bis 5 Jahre ohne Fahrausweis unentgeltlich befördert …

Wird ein Sitzplatz beansprucht, ist für Kinder bis zum 14. Lebensjahr der halbe Preis zu bezahlen.“ Wer daraus ableitet, diese außertourlich den halben Preis zahlenden Kinder hätten dann ein Anrecht auf einen Sitzplatz, selbst wenn alle Plätze bereits besetzt sind, irrt laut ÖBB-Eigeninterpretation wiederum. Und wer aus dieser Bestimmung gar juristisch spitzfindig das Recht auf einen Sitzplatz bei Bezahlung einer Fahrkarte ableiten will, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Da gäbe es nichts abzuleiten, meinen die ÖBB.

Reservieren nicht immer möglich

Wer meint, eine drohende Stehpartie durch eine Sitzplatzreservierung abwenden zu können, hat das System ÖBB bloß teilweise durchschaut: Nur für Fernzüge, die im Elektronischen Platzanweisungssystem „epa“ (mit Sitz in Frankfurt) erfasst sind, kann reserviert werden. Im Kursbuch signalisiert ein „(R)“ die Reservierbarkeit, in der Internet-Fahrplanauskunft lässt bloß der Hinweis „Reservierung empfohlen“ bei vielen Zügen darauf schließen.

Ausweichen in 1. Klasse nur mit Aufpreis

In Eil- und Regionalzügen gibt es keine Einzelplatzreservierung, sondern nur eine für Gruppen ab sechs Personen. Ist übrigens der Zug wieder einmal bummvoll: Mit einem Fahrausweis für die 2. Klasse darf man sich – entgegen einem hartnäckigen Gerücht – ohne Aufzahlung nur dann in die 1. Klasse setzen, wenn der Zugbegleiter einem einen solchen Platz anweist.

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