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Der anspruchslose Bahnkunde

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Konsument 2/2004 veröffentlicht: 15.01.2004

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Keine Entschädigung fürs bloße Warten

Mit der Bezahlung ist das Haus-Haus-Gepäck „gegen Beschädigung, Verlust und gegen verspätete Anlieferung beziehungsweise sich daraus ergebende finanzielle Nachteile bis zu einem Höchstbetrag von 800 Euro je Gepäckstück versichert“. „Verspätung“ wird im Versicherungsvertrag sogar präzisiert: (mindestens) eine Stunde nach der vereinbarten Ablieferung in Großstädten bzw. zwei Stunden am Land. Bei verspäteter Anlieferung wird Schadenersatz allerdings nur geleistet, wenn ein finanzieller Schaden entstanden ist, etwa durch unumgänglich notwendig gewordene Neuanschaffung von Dingen des persönlichen Bedarfs wie Kleider etc. Für bloßes Wartenmüssen gibt es keine finanzielle Entschädigung.

Grundsatz:unverbindlich kulant

Der inhaltliche Tenor des ÖPT ist klar: Es wird weitgehend vermieden, Ansprüche und Rechte der Bahnkunden zu definieren – es wird vor allem festgeschrieben, welche Rechte sie nicht haben. In der Praxis handhaben die ÖBB die Bestimmungen nicht immer ganz so harsch, wie sie formuliert sind, sondern lassen oft Gnade vor Recht ergehen und gewähren am Kulanzweg Entschädigungen für gröbere Unannehmlichkeiten wie eine nicht funktionierende Klimaanlage im Hochsommer, einen unbeheizten Wagon im Winter oder einen völlig überfüllten Zug; meist in Form von Gutscheinen über einen Teilbetrag des Fahrpreises.

Es gibt keine Regeln für ÖBB-Kulanz

Doch verbindliche Regeln kann man daraus nicht ableiten, und im Gespräch weigern sich ÖBB-Verantwortliche auch beharrlich, solche für ihre Kulanzentscheidungen zu formulieren.

Für den Fahrgast eine unbefriedigende Lösung, bleibt er doch stets in die Bittstellerrolle gedrängt. Man sollte sich aber in jedem Fall beschweren, wenn einem gröbere Unannehmlichkeiten widerfahren sind. Eine Liste aller ÖBB-Beschwerdestellen finden Sie in unserer Online-Ausgabe.

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