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ÖBB: Passagiercharta

Trostpflaster für Bahnkunden

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Konsument 1/2006 veröffentlicht: 13.12.2005

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Kostenersatz für Hotel oder Taxi

Im Ausmaß von maximal 80 Euro übernehmen die ÖBB auch Kosten für Hotel oder Taxi und benachrichtigen Personen, die auf den Fahrgast warten, wenn die Reise nicht bis 24 Uhr fortgesetzt werden kann. In solchen Fällen gibt es aber keine zusätzliche Entschädigung für die Verspätung.

Es kann auch auf die Weiterfahrt verzichtet werden. Dann gibt es das Geld für die nicht durchfahrene Strecke zurück. Es kann auch mit dem nächsten Zug zum Ausgangsbahnhof zurückgefahren und die Erstattung des ganzen Beförderungspreises verlangt werden oder die Reise kann mit einem anderen Zug fortgesetzt werden, mit dem das Reiseziel mit möglichst geringer Verspätung erreicht wird.

Keine Entschädigung bei Elementarereignissen

Bei Verspätungen und Zugausfällen aufgrund von Elementarereignissen wie Hochwasser oder Lawinenabgängen gibt es keine Entschädigung. Auch nicht, wenn Dritte Schuld sind (etwa bei einem Unfall auf einer Eisenbahnkreuzung).

Absichtserklärungen

Die ÖBB-Passagiercharta enthält auch einige Absichtserklärungen. So wollen die ÖBB ihren Kunden möglichst guten Service bieten: Kundenbeschwerden sollten binnen 15 Tagen erledigt sein. Fällt die Klimaanlage oder die Heizung aus und kann kein Platz in einem anderen Wagon angeboten werden, sind die schwitzenden oder frierenden Fahrgäste mit kostenlosen Kalt- oder Warmgetränken zu trösten – falls solche im Zug vorhanden sind. Laut eigenen Angaben haben die ÖBB im Jahr 2005 aufgrund dieser neuen Ersatzansprüche rund 300.000 Euro an Fahrgäste rückerstattet.

EU will mehr Fahrgastrechte

Die EU ist gerade dabei, den Bahnunternehmen die Latte wieder ein Stück höher zu legen: Am 28. September 2005 wurde vom EU-Parlament in erster Lesung eine Richtlinie verabschiedet, die den Entschädigungsanspruch auf den gesamten Inlandsverkehr ausweiten will, etwas höhere Entschädigungsansprüche vorsieht und bei häufigen Verspätungen sogar dann, wenn der Zug weniger als eine Stunde überfällig ist. Und künftig soll es auch Bargeld statt Gutscheine geben. Jetzt ist der EU-Verkehrsministerrat am Zug. Ein lohnendes Thema für Österreich, das gerade die EU-Präsidentschaft innehat.

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