TomTom: Motorradnavigation

Fahrt ins Blaue

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KONSUMENT 6/2015 veröffentlicht: 28.05.2015

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"Die Zitrone": Navi-Software nur für Windows, weil der Anbieter eine kleine Firma ist.

Herr Nemeth hatte für rund 400 Euro ein auf Motorradfans abgestimmtes Navigationsgerät der Firma TomTom erstanden. Der Lieferumfang des „Rider 400“ umfasste auch den Routenplaner „Tyre“, der nach der Registrierung des Gerätes kostenlos zum Download auf den Computer bereitstand. Schon dieser Ablauf ging aus der Beschreibung nicht eindeutig hervor, aber immerhin klappte bis dahin alles reibungslos.

Download nur für Windows

Dann stellte Herr Nemeth fest, dass auf der Downloadseite nur der Routenplaner für Windows-Betriebssysteme verfügbar war. Er selbst verwendete schon seit vielen Jahren Apple-Rechner, konnte also mit Windows-Software nichts anfangen. Sonst gab es nur den Hinweis: „Für andere Betriebssysteme klicken Sie hier.“ So weit auch noch nicht ungewöhnlich, doch nach dem Klick auf den Link landete Herr Nemeth auf einer englischsprachigen Seite, auf der sinngemäß erklärt wurde: „Wir haben viele Pläne, unseren Routenplaner auch für andere Betriebssysteme anzubieten. Da wir jedoch ein kleines Unternehmen sind, wird dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“

Keine Information auf Verpackung

Eine unerfreuliche Überraschung, denn auch auf der Verpackung und in der beiliegenden Anleitung fand sich kein Wort davon, dass der Routenplaner ausschließlich für Windows bereitstehe. Die Hilfe-Funktion war diesbezüglich alles andere als hilfreich. Dort wurde unter anderem vorgeschlagen, eine Virtualisierungssoftware zu installieren und dort Windows laufen zu lassen. Das funktioniert zwar grundsätzlich, bedeutet aber Zusatzkosten, weil man eine Windows-Lizenz kaufen muss. Aus Herrn Nemeths Sicht eine inakzeptable Notlösung – und wir können uns dieser Sichtweise nur anschließen.

Kleine Firma, große Zitrone

Wer ein Produkt kauft, hat Anspruch darauf, es im vollen Umfang nutzen zu können. Wenn der Anbieter dies nicht gewährleisten kann, dann muss er gefälligst schon im Vorfeld klar ersichtlich darauf hinweisen. Andernfalls hat nämlich auch eine kleine Firma eine große Zitrone verdient.

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