KONSUMENT.AT - Bankomatgebühr - Niedrige Zinsen und Negativzinsen

Bankomatgebühr

Doppelt, dreifach, vielfach zahlen

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veröffentlicht: 03.05.2016, aktualisiert: 26.08.2016

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Argument: Negativzinsen erfordern Gebühren

Ein Lieblingsargument der Banken sind die aktuell sehr niedrigen Zinsen. Wenn Banken bei der Europäischen Zentralbank Geld deponieren, müssen sie für Guthaben zahlen, das sind die sogenannten Negativzinsen. Dies würde die Banken, so deren Argument, so hart treffen, dass sie den bisher angeblich subventionierten Zahlungsverkehr nicht mehr länger unterstützen können und eine Gebühr einführen müssten.

Nach unserem Verständnis liegt die Kernkompetenz einer Bank in der Hereinnahme von Spareinlagen und im Ausleihen von Geld an Kreditkunden. Soweit uns bekannt ist, gibt es noch keinen Fall einer Ausleihung an einen Kunden einer österreichischen Bank, bei dem tatsächlich dieser negative Zinssatz angewandt wird. Kein Kreditkunde hat – trotz Negativzinsen - bisher von seiner Bank Geld für seinen Kredit bekommen. Im Gegenteil: Trotz Negativzinsargument zahlen Kunden auf Girokonten Sollzinssätze bis zu 13,25%. Auch bei Konsumkrediten verlangen Geldinstitute nominell zwischen 3,8 und 6,49% bei höchster Kreditwürdigkeit (Bonität). Auch hier suchen wir ein Minus vergeblich.

Keine Zinsen für Spareinlagen

Das Minus der Negativzinsen ist beim Kunden noch nicht angekommen. Die 0,0xx% bei Spareinlagen allerdings schon. Und das eventuell auch nur, weil ein Urteil des Obersten Gerichtshofes vorliegt, dass eine 0-%-Verzinsung oder darunter dem Wesen eines Sparvertrages widerspreche.

Banken legen nicht nur Gelder am Geldmarkt an – sie borgen sich auch welches aus. Da sollte ein negativer oder zumindest niedriger Zinssatz eigentlich nicht so schlecht für die Bank sein.

Negativzins: unabhängig vom Zahlungsverkehr

Reale Negativzinsen fallen an (= für Guthaben zahlen), wenn Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank parken oder wenn sie es sich gegenseitig ausleihen (Euribor). Sollten die Banken hier tatsächlich enorme Guthaben geparkt haben, dann haben sie sich dabei hoffentlich etwas gedacht. Das war dann eine Entscheidung für ein bestimmtes Geschäftsmodell. Dieser echte Negativzins hat aber mit dem Zahlungsverkehr (Geld abheben am Bankomat) wenig zu tun. Das macht eher den Eindruck, man bedient sich halt da, wo man am wenigsten Gegenwehr vermutet.

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Kommentare

  • wie immer zuerst kostenlos und dann kommen die Gebühren
    von Legeny2005 am 17.07.2016 um 18:12
    Schon vor 50 Jahren bemühten sich die Banken um Kunden für kostenlose Gehaltskonten dann kamen die GEBÜHREN! Scheckformulare waren vorerst- in jeder Menge- kostenlos, dann wurde die Stückzahl auf 20 Stk. pro Anforderung reduziert und nicht unerheblich VERRECHNET! Die Ami-Bank ist bei Bankomatgebühren sicher nur Vorreiter. "Unsere" Banken werden bestimmt in absehbarer Zeit mit irgend welchen Schmähs nachziehen.
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN
    von REDAKTION am 13.07.2016 um 10:00
    an Jahnr: Bankomaten können den PIN-Code sehr wohl an Hand der Daten der Karte überprüfen. Dies ist auch deswegen erforderlich, weil der Bankomat auch im Offline-Betrieb eine Prüfung vornehmen muss. Ihr KONSUMENT-Team
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN?
    von jahnr am 12.07.2016 um 18:45
    Hallo, wie ich höre arbeitet Euronet unabhängig von den Banken. WIE kann Euronet den PIN-Code prüfen, wenn dieser NICHT, wie immer behauptet, aus den Kartendaten errechnet werden kann
  • Bankomatgebühr Pro !
    von rennerrich am 25.05.2016 um 15:54
    Outing: Ich bin für die Bankomatgebühr ! Ich leiste mir den Luxus, mein Konto bei meiner lokalen Bank zu erhalten und bezahle damit für den Service einer lokalen Filiale mit (noch) persönlicher Betreuung. Ich sehe aber nicht ein, mit meinen Kontogebühren auch für jene mitzuzahlen, die Ihr (bilig- oder gratis- )Konto bei einer Onlinebank ohne Infrastruktur haben. Kostenwahrheit bitte !
  • Verstaatlichung der Banken wäre eine Alternative
    von ling am 13.05.2016 um 17:30
    Bei allem Respekt: Ich habe selten so einen Unsinn gehört. Seit wann hat eine Verstaatlichung von Betrieben etwas verbessert? Vielleicht noch Politiker in den Aufsichtsrat setzen und so die österreichische Mentalität von Nehmen und Geben lassen pflegen? Wenn Sie schon einen staatlichen Eingriff fordern bzw andenken, dann wohl eher ein gesetzliches Verbot dieser Gebühren. In der EU geht das doch auch, nur möchte man es bei uns offenbar nicht so durchsetzen. Die aktuelle Diskussion bzw "Vereinbarung" zwischen BMF und Banken ist doch nur ein Hinauszögern, verhindern werden wir dadurch eine "angedachte" Gebühr sicher nicht.