KONSUMENT.AT - Bankomatgebühr - "Ist im Ausland üblich"

Bankomatgebühr

Doppelt, dreifach, vielfach zahlen

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veröffentlicht: 03.05.2016, aktualisiert: 26.08.2016

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Argument: "Ist im Ausland üblich"

Ein weiteres Argument ist der internationale Vergleich. In Deutschland etwa sind Gebühren für Bankomatbehebungen normal. Aber der Vergleich ist einseitig. Wenn man nach Deutschland blickt, dann bitte auch andere Dinge beachten: Das deutsche Höchstgericht hat 2014 entschieden, dass Kreditbearbeitungsgebühren unzulässig sind - siehe Stiftung Warentest: Kreditgebühren zurückfordern

Österreichische Banken haben unsere Klage bis zum Obersten Gerichtshof bekämpft - leider erfolgreich. Sie können den Kunden also weiterhin  zusätzlich zu den Kreditzinsen Kreditbearbeitungsgebühren verrechnen . Der Hinweis auf Deutschland ist also Rosinenpickerei und als Argument nur bedingt tauglich.

"Unangemessene Kundenbenachteiligung"

Noch einmal Deutschland: Dort müssen Kunden gemäß Entscheidung des Bundesgerichtshofes von 1995 eine angemessene Anzahl an Freiposten (entweder am Schalter oder am Automaten) haben. Ansonsten sei das eine unangemessene Kundenbenachteiligung (Quelle: Bundesgerichtshof Urt. v. 07.05.1996, Az.: XI ZR 217/95).

Österreich viel teurer

Nicht in die Argumentation österreichischer Banken fließt ein, dass die Kontoführungsgebühren im Ausland unterschiedlich sind. So listet eine Internetplattform in Deutschland 12 Banken mit Gratisgirokonten auf. Die FAZ hat in einem Artikel im September 2015 das teuerste Konto in Deutschland mit 120 Euro Jahresgebühr identifiziert. Das teuerste Girokonto ist in Österreich noch einmal um rund 68% teurer.

Das Argument "die machen das aber auch“ ist in der Diskussion um die Bankomatgebühr unangebracht. Es sollte wohl als Ablenkung gedacht sein.

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Kommentare

  • wie immer zuerst kostenlos und dann kommen die Gebühren
    von Legeny2005 am 17.07.2016 um 18:12
    Schon vor 50 Jahren bemühten sich die Banken um Kunden für kostenlose Gehaltskonten dann kamen die GEBÜHREN! Scheckformulare waren vorerst- in jeder Menge- kostenlos, dann wurde die Stückzahl auf 20 Stk. pro Anforderung reduziert und nicht unerheblich VERRECHNET! Die Ami-Bank ist bei Bankomatgebühren sicher nur Vorreiter. "Unsere" Banken werden bestimmt in absehbarer Zeit mit irgend welchen Schmähs nachziehen.
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN
    von REDAKTION am 13.07.2016 um 10:00
    an Jahnr: Bankomaten können den PIN-Code sehr wohl an Hand der Daten der Karte überprüfen. Dies ist auch deswegen erforderlich, weil der Bankomat auch im Offline-Betrieb eine Prüfung vornehmen muss. Ihr KONSUMENT-Team
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN?
    von jahnr am 12.07.2016 um 18:45
    Hallo, wie ich höre arbeitet Euronet unabhängig von den Banken. WIE kann Euronet den PIN-Code prüfen, wenn dieser NICHT, wie immer behauptet, aus den Kartendaten errechnet werden kann
  • Bankomatgebühr Pro !
    von rennerrich am 25.05.2016 um 15:54
    Outing: Ich bin für die Bankomatgebühr ! Ich leiste mir den Luxus, mein Konto bei meiner lokalen Bank zu erhalten und bezahle damit für den Service einer lokalen Filiale mit (noch) persönlicher Betreuung. Ich sehe aber nicht ein, mit meinen Kontogebühren auch für jene mitzuzahlen, die Ihr (bilig- oder gratis- )Konto bei einer Onlinebank ohne Infrastruktur haben. Kostenwahrheit bitte !
  • Verstaatlichung der Banken wäre eine Alternative
    von ling am 13.05.2016 um 17:30
    Bei allem Respekt: Ich habe selten so einen Unsinn gehört. Seit wann hat eine Verstaatlichung von Betrieben etwas verbessert? Vielleicht noch Politiker in den Aufsichtsrat setzen und so die österreichische Mentalität von Nehmen und Geben lassen pflegen? Wenn Sie schon einen staatlichen Eingriff fordern bzw andenken, dann wohl eher ein gesetzliches Verbot dieser Gebühren. In der EU geht das doch auch, nur möchte man es bei uns offenbar nicht so durchsetzen. Die aktuelle Diskussion bzw "Vereinbarung" zwischen BMF und Banken ist doch nur ein Hinauszögern, verhindern werden wir dadurch eine "angedachte" Gebühr sicher nicht.