KONSUMENT.AT - Bankomatgebühr - Bankomat ist eine teure Leistung

Bankomatgebühr

Doppelt, dreifach, vielfach zahlen

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veröffentlicht: 03.05.2016, aktualisiert: 26.08.2016

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Argument: Bankomat ist eine teure Leistung

Die Infrastruktur der Banken, die für die Bargeldversorgung notwendig ist, kostet Geld. Keine Frage. Aber zahlen die Kunden dafür einen angemessenen Preis?

Die Bargeldinfrastruktur liegt in den Händen weniger Firmen. Wer als Neuer und als Konkurrent mitmischen und unter Umständen die Preise senken will, hat kaum eine Chance. Sieben Millionen Euro musste die Europay (heute Paylife) 2007 Strafe zahlen, weil sie die Konkurrenz behindert hat - siehe PayLife: Kartellgericht vehängt 7-Mio-Strafe gegen Europay .  Die rechtswidrig erzielte Bereicherung bezifferte das Kartellobergericht allein für das Jahr 2003 mit rund 41 Mio Euro. Von einem freien Markt kann hier nur schwerlich gesprochen werden.

Für Kunden wurde es teurer

Nächstes Argument: Die Bankomaten und die dahinter stehende Technik, die seien ja so teuer. Eingeführt wurden die Bankomaten, weil sie billiger waren als die angeblich viel zu teuren Kundenberater und Kassierer. Bankomaten sind eine Kombination von Elektronik und Software. Bisher war man der Meinung, dass auch bei Elektronik laufend die Preise fallen. Außerdem müssen jene Kunden, die den Automaten nicht vertrauen für die Arbeit durch Bankmitarbeiter eine Zusatzgebühr zahlen. Die Preise für Kontopakete wurden durch diese kostengünstigere und personalsparende Umgestaltung nicht gesenkt. Ergebnis für Kunden: Es wurde insgesamt eher teurer.

Teure Energie, teure Immobilien?

Nächstes Argument: Die Energiekosten seien enorm. Haben nicht die sinkenden Energiekosten in den letzten Jahren die Inflation gedrückt, weil Energie immer billiger wurde?

Nächstes Argument: Die Immobilien, die man braucht, um die Geräte hinzustellen seien teuer … Wurden in den letzten Jahren nicht Filialen geschlossen und zusammengelegt, um hier immer weniger Service anzubieten?

Nächstes Argument: Die hohen IT-Kosten. Fallen diese IT-Kosten nur für Bankomaten an und nicht auch für andere unbare Zahlungsvorgänge?

Geringere Ausgaben, höhere Gebühren

Die Verringerung der Filialen und Auszahlungsstellen bringt also keine Preissenkungen für den Kunden, nein: Durch die angeblich hohen Kosten dieser zurückgehenden Serviceleistungen muss man eine zusätzliche Gebühr erheben. Eine interessante Logik.

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Kommentare

  • wie immer zuerst kostenlos und dann kommen die Gebühren
    von Legeny2005 am 17.07.2016 um 18:12
    Schon vor 50 Jahren bemühten sich die Banken um Kunden für kostenlose Gehaltskonten dann kamen die GEBÜHREN! Scheckformulare waren vorerst- in jeder Menge- kostenlos, dann wurde die Stückzahl auf 20 Stk. pro Anforderung reduziert und nicht unerheblich VERRECHNET! Die Ami-Bank ist bei Bankomatgebühren sicher nur Vorreiter. "Unsere" Banken werden bestimmt in absehbarer Zeit mit irgend welchen Schmähs nachziehen.
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN
    von REDAKTION am 13.07.2016 um 10:00
    an Jahnr: Bankomaten können den PIN-Code sehr wohl an Hand der Daten der Karte überprüfen. Dies ist auch deswegen erforderlich, weil der Bankomat auch im Offline-Betrieb eine Prüfung vornehmen muss. Ihr KONSUMENT-Team
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN?
    von jahnr am 12.07.2016 um 18:45
    Hallo, wie ich höre arbeitet Euronet unabhängig von den Banken. WIE kann Euronet den PIN-Code prüfen, wenn dieser NICHT, wie immer behauptet, aus den Kartendaten errechnet werden kann
  • Bankomatgebühr Pro !
    von rennerrich am 25.05.2016 um 15:54
    Outing: Ich bin für die Bankomatgebühr ! Ich leiste mir den Luxus, mein Konto bei meiner lokalen Bank zu erhalten und bezahle damit für den Service einer lokalen Filiale mit (noch) persönlicher Betreuung. Ich sehe aber nicht ein, mit meinen Kontogebühren auch für jene mitzuzahlen, die Ihr (bilig- oder gratis- )Konto bei einer Onlinebank ohne Infrastruktur haben. Kostenwahrheit bitte !
  • Verstaatlichung der Banken wäre eine Alternative
    von ling am 13.05.2016 um 17:30
    Bei allem Respekt: Ich habe selten so einen Unsinn gehört. Seit wann hat eine Verstaatlichung von Betrieben etwas verbessert? Vielleicht noch Politiker in den Aufsichtsrat setzen und so die österreichische Mentalität von Nehmen und Geben lassen pflegen? Wenn Sie schon einen staatlichen Eingriff fordern bzw andenken, dann wohl eher ein gesetzliches Verbot dieser Gebühren. In der EU geht das doch auch, nur möchte man es bei uns offenbar nicht so durchsetzen. Die aktuelle Diskussion bzw "Vereinbarung" zwischen BMF und Banken ist doch nur ein Hinauszögern, verhindern werden wir dadurch eine "angedachte" Gebühr sicher nicht.