KONSUMENT.AT - Bankomatgebühr - Bargeldlos zahlen ist keine Alternative

Bankomatgebühr

Doppelt, dreifach, vielfach zahlen

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veröffentlicht: 03.05.2016, aktualisiert: 26.08.2016

Inhalt

Öffentliche Branchenabsprache

Sehen Sie sich die Art der Diskussion über die Bankomatgebühr an. Alle Banken und Bankengruppen bestätigen „darüber nachzudenken“ und „wenn eine andere …, dann  müsste man wohl mitziehen“, „ … müsste man prüfen“. Solche Formulierungen deuten darauf hin, dass Banken sich gegenseitig klar kommunizieren: Wir machen mit bei der neuen Bankomatgebühr, wenn ihr auch mitmacht und wenn nicht ein Entrüstungssturm losbricht.

Das Ganze sieht sehr stark nach einer öffentlich geführten Branchenabsprache aus. Die einzige Gegenstimme, die uns auffiel, ist Oberbank-Chef Franz Gasselsberger vom März 2016. "Weil es mehr Ärger verursacht als Ertrag bringen würde …" wurde er von den OÖ Nachrichten zitiert.

Offenbar sollen wohl heftige Diskussionen im Vorfeld den Boden bereiten. Lassen die Widerstände nach, dann könnte das Zitat auch andersherum ausgelegt werden. Ist die Diskussion also nur eine Art Zermürbungstaktik, um die Gebühr später einzuführen? Wir hoffen nicht.

Bargeldlos zahlen ist keine Alternative

Der Verbraucher versteht sehr gut, dass Unternehmen in schwierigen Situationen über viele Möglichkeiten nachdenken. Allerdings erscheint deren Argumentation oft willkürlich, je nachdem, was den „Nachdenkern“ gerade besser erscheint. Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel ist ein unverzichtbares Kernelement der Wirtschaft und der persönlichen Freiheit. Bargeld ist ein Stück Unabhängigkeit von Bank und Zahlungsgebühren und es sollte nicht mit einer neuen Gebühr versehen werden.

Dass einige wenige privatwirtschaftliche Institutionen für Bargeld Geld verlangen, ist bedenklich. Denn der Konsument hat keine echte Möglichkeit diese Kosten zu umgehen.

Datensammelwut der Geldinstitute

Die Anbieter empfehlen das angeblich günstigere bargeldlose Bezahlen. Aber es ist nicht für jeden eine Alternative. Da gibt es die Datensammelwut der Geldinstitute , der Ausnutzung der Daten über Lebensgewohnheiten und Einkaufsverhalten, da gibt es die Verflechtungen von Banken und Versicherungen … Und wer sagt, dass die teure Technik des bargeldlosen Bezahlens nicht irgendwann auch bepreist wird? Bei den Karten, den Transaktionskosten, den Kosten für den Händler etc. ist das jetzt schon der Fall.

Der Verbraucher kann selbst etwas dazu beitragen. Wie es der Vertreter der Oberbank im obigen Zitat sagte: Wenn es den Banken mehr Ärger als Nutzen bringt, werden sie darauf verzichten.
Das lässt also noch hoffen.

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Kommentare

  • wie immer zuerst kostenlos und dann kommen die Gebühren
    von Legeny2005 am 17.07.2016 um 18:12
    Schon vor 50 Jahren bemühten sich die Banken um Kunden für kostenlose Gehaltskonten dann kamen die GEBÜHREN! Scheckformulare waren vorerst- in jeder Menge- kostenlos, dann wurde die Stückzahl auf 20 Stk. pro Anforderung reduziert und nicht unerheblich VERRECHNET! Die Ami-Bank ist bei Bankomatgebühren sicher nur Vorreiter. "Unsere" Banken werden bestimmt in absehbarer Zeit mit irgend welchen Schmähs nachziehen.
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN
    von REDAKTION am 13.07.2016 um 10:00
    an Jahnr: Bankomaten können den PIN-Code sehr wohl an Hand der Daten der Karte überprüfen. Dies ist auch deswegen erforderlich, weil der Bankomat auch im Offline-Betrieb eine Prüfung vornehmen muss. Ihr KONSUMENT-Team
  • Bankomatgebühren bei Euronet - PIN?
    von jahnr am 12.07.2016 um 18:45
    Hallo, wie ich höre arbeitet Euronet unabhängig von den Banken. WIE kann Euronet den PIN-Code prüfen, wenn dieser NICHT, wie immer behauptet, aus den Kartendaten errechnet werden kann
  • Bankomatgebühr Pro !
    von rennerrich am 25.05.2016 um 15:54
    Outing: Ich bin für die Bankomatgebühr ! Ich leiste mir den Luxus, mein Konto bei meiner lokalen Bank zu erhalten und bezahle damit für den Service einer lokalen Filiale mit (noch) persönlicher Betreuung. Ich sehe aber nicht ein, mit meinen Kontogebühren auch für jene mitzuzahlen, die Ihr (bilig- oder gratis- )Konto bei einer Onlinebank ohne Infrastruktur haben. Kostenwahrheit bitte !
  • Verstaatlichung der Banken wäre eine Alternative
    von ling am 13.05.2016 um 17:30
    Bei allem Respekt: Ich habe selten so einen Unsinn gehört. Seit wann hat eine Verstaatlichung von Betrieben etwas verbessert? Vielleicht noch Politiker in den Aufsichtsrat setzen und so die österreichische Mentalität von Nehmen und Geben lassen pflegen? Wenn Sie schon einen staatlichen Eingriff fordern bzw andenken, dann wohl eher ein gesetzliches Verbot dieser Gebühren. In der EU geht das doch auch, nur möchte man es bei uns offenbar nicht so durchsetzen. Die aktuelle Diskussion bzw "Vereinbarung" zwischen BMF und Banken ist doch nur ein Hinauszögern, verhindern werden wir dadurch eine "angedachte" Gebühr sicher nicht.