KONSUMENT.AT - Dach dämmen - Richtiges Isoliermaterial fürs Dach

Dach dämmen

Nur keine Lücken

Seite 2 von 11

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 11/2012 veröffentlicht: 25.10.2012

Inhalt

Der erste Griff der Testpersonen war der zum Staubsauger. Je reiner der Untergrund, desto besser das Arbeitsergebnis. Das gilt auch für Dachsparren. Unter den Ziegeln muss eine Windsperre vorhanden sein – etwa auf Brettern befestigte Dachpappe oder eine sogenannte Unterspannbahn. Erst darauf darf der Dämmstoff montiert werden.

Feinstaubmaske empfohlen

Dämmstoffe enthalten Fasern, die beim Zuschneiden frei werden und zu Juckreiz führen. Mehr noch: Kleinste Partikel können bis in die feinsten Lungengefäße vordringen, also die Gesundheit gefährden. Daher bei solchen Arbeiten immer eine Feinstaubmaske tragen!

Leichte Arbeit bei Glas- und Steinwolle

Die Testpersonen maßen den Abstand zwischen den Dachsparren, gaben einen „Sicherheitszentimeter“ dazu und hatten damit ermittelt, wie viel sie von der Dämmfilzrolle herunterzuschneiden hatten. Das taten sie mit einem großen, scharfen Messer (manche Anbieter verkaufen spezielle "Dämmstoffmesser“), eine Holzlatte diente zur geraden Linienführung. Leichte Arbeit bei den Dämmmaterialien aus Glas- und Steinwolle. Doch welche Mühe bei den Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen: Holz- und Hanf­fasern! (Produkte aus Flachs, Schafwolle, Zellulose und Kork eignen sich auch zur Verkleidung des Dachstuhls, wurden aber bei dieser Untersuchung nicht berücksichtigt.)

Holz- und Hanffasern überaus widerborstig

Die Holz- und Hanffasern erwiesen sich als überaus widerborstig, hier und da kam es zu Ausfransungen. Stärkeres Werkzeug musste her. Erst mit einem Elektrofuchsschwanz war der gewünschte glatte Schnitt zu erzielen. Der Unterschied liegt aber nicht im Rohstoff begründet (nachwachsend oder fossil), sondern in der Produktform: Rollen lassen sich viel leichter verarbeiten als Matten bzw. ­Platten. Das zeigt das schlechte Abschneiden der Steinwoll-Platten (Rockwool).

Gerader Schnitt

Kleinliche Pedanterie? Keineswegs; hier kommt es auf Passgenauigkeit an, hier sind Lücken und Hohlräume unbedingt zu vermeiden. Denn die Luft, dieser ruhelose Geselle, ist stets auf der Suche nach Austrittstellen. Es droht nicht nur Wärmeverlust, schlimmer noch: Luft und mit ihr transportierte Feuchtigkeit tritt ein, vor allem im Winter kann es dadurch zu Schimmelbildung und Bauschäden kommen.

Vorsicht vor feuchtem Film

Sie kennen den Effekt vom Bier, das Sie aus dem Kühlschrank holen: Binnen Kurzem bildet sich ein nasser Film auf dem kalten Glas. Nicht anders in der Wohnung: Warme Luft kondensiert an kalten Flächen. Das kalt-feuchte Bierglas in Ihrer Hand mag die Vorfreude auf den ersten Schluck noch erhöhen, in der Wohnung sind die Folgen allerdings nur unerfreulich.

Achtung: Die Produkte aus Glas- und Steinwolle gehören zur Gruppe der Mineralwolldämmstoffe. Bei ihnen ist vor dem und beim Einbau darauf zu achten, dass sie nicht nass werden, denn das kann zu irreparablen ­Schäden führen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
17 Stimmen
Weiterlesen