KONSUMENT.AT - Dach dämmen - Dämmstoffe enthalten viel Luft

Dach dämmen

Nur keine Lücken

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KONSUMENT 11/2012 veröffentlicht: 25.10.2012

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Alle Dämmstoffe enthalten viel Luft...

Egal ob aus anorganischen oder organischen Substanzen, alle Dämmstoffe enthalten Luft, viel Luft – und das aus gutem Grund. Denn stehende Luft ist ein schlechter Wärmeleiter. Je dicker das Dämmmaterial, umso besser die Dämmwirkung. Die Produkte im Test wiesen alle dieselbe Schichtdicke auf: 16 cm. Gleiche Ausgangsbedingung für alle also. Trotzdem zeigten sich bei der Laborunter­suchung Unterschiede in puncto Wärmeleitfähigkeit: Die besten, nämlich niedrigsten Werte erreichten die Mineralwollstoffe. Schlusslicht mit dem schlechtesten, nämlich höchsten Wert: Hock Thermo-Hanf plus ­Matten. Höhere Werte können jedoch mit größerer Schichtdicke ausgeglichen werden.

... und sind somit leicht im Gewicht

Die zu einem hohen Anteil eingeschlossene Luft bedingt auch bei reichlicher Masse ein relativ geringes Gewicht. Schwer zu heben hatten die Arbeiter also nicht. Immerhin. Trotzdem hatten sie mit manchem Dämmstoff Mühe. Insbesondere, als es darum ging, den gesamten Packen durch eine enge ­Dachbodenluke zu bekommen. Die recht­eckigen Platten mussten sorgsam hineingezirkelt werden, lautes Fluchen war zu hören; leichteres Spiel hatten die Testpersonen mit der Dämmstoffrolle.

Zugspannung bei Isolierarbeit vermeiden

Nach Beendigung der Dämmarbeiten begann die eigentliche Isolierarbeit: die Abdichtung mit einer Dampfbremsfolie. Diese Arbeit verlangt im wahrsten Sinn des Wortes Fingerspitzengefühl, denn die Folie ist aus dünnem, leicht einreißbarem Material. Sie hat nur so viel Dampf durchzulassen, wie auf der anderen Seite ohne Kondensation verduns­ten kann. Daher gilt es, bei der Anbringung vor allem darauf zu achten, dass es zu keiner Zugspannung kommt.

Getestet wurde nur über Tage

Zu der Folie gibt es Klebebandrolle und Klebemasse im Set. Auf den ersten Blick recht unauffällige Materialien, doch von ihnen wird nicht gerade wenig verlangt: Sie müssen Hitze und Kälte gleichermaßen standhalten; bei sachgerechter Arbeit darf kein Wind hineinpfeifen, beschädigte Windsperren müssen repariert werden. Die Klebeeigenschaft der Bänder muss möglichst dauerhaft erhalten bleiben. Keine Sekunde darf dieses Luftdichtsystem lockerlassen, nie schwächeln. Elas­tisch und zugleich stabil muss es sein. Luft darf nicht hindurchgehen, weder von der einen, noch von der anderen Seite. Und dieser Schutzwall soll nach Möglichkeit ewig halten. Getestet werden konnte das nicht. Die Untersuchung erstreckte sich ja nicht über Jahre und Jahrzehnte, sondern nur über mehrere Tage. Dabei ging das Luftdichtsystem Proclima als Sieger hervor.

Prüfung mittels Wärmebildkamera

Die Kollegen in Berlin ließen nicht nur zwischen, sondern auch unter den Sparren ­dämmen. Das schafft eine Installationsebene, gleicht den höheren Wärmedurchgang der Sparren aus und bietet der Dampfbremsfolie guten mechanischen Schutz. Vor dem letzten Schritt, der Montage der Innenverkleidung, prüften sie mittels Wärmebildkamera und Blower-Door-Test, ob auch ganze Arbeit geleistet und die Isolierung wirklich lückenlos war. War sie nicht. Nicht weiter schlimm. Nachdem die Schwachstellen ausgebessert worden waren, ging absolut kein Lüftchen mehr durch.

Unser Tipp: Machen Sie, bevor Sie die Innenraumplatten anbringen, einen letzten Test mit einem kräftigen Ventilator. So lässt sich leicht erkennen, wo es noch Lecks gibt.

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