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Eigenheimsanierung, Teil 1

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Konsument 6/2000 veröffentlicht: 25.05.2000

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Fenster mit Wärmeschutz

Ein Beispiel: Am sichtbarsten treten Verschleißerscheinungen an den Fenstern auf: Sie sind unansehnlich geworden, der Lack blättert ab, es zieht herein. Außerdem hat sich herumgesprochen, dass zeitgemäße Fenster mit Wärmeschutzverglasung einen viel höheren Dämmwert haben als noch vor wenigen Jahren. Und: Der Einbau kann in einem Tag erledigt sein.

Schimmelbildung nach Sanierung

Doch die nun wesentlich dichteren Fenster haben unangenehme Folgewirkungen. Der nunmehr unterbundene permanente Luftaustausch muss durch bewusstes und kontrolliertes Lüften ersetzt werden, was vielfach in Vergessenheit gerät. Feuchtigkeit, die bisher durch Fensterritzen entwichen ist, sucht sich einen anderen Weg – durch die ungedämmte Mauer. Durch Wärmebrücken an neuralgischen Stellen der Außenwand oder an der Schnittstelle Fenster-Mauer kann die Feuchtigkeit kondensieren, Schimmelbildung ist die mögliche Folge.

Neue Außenwand

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wird im Nachhinein die Außenwand gedämmt. Der gesamte Wandaufbau ebenso wie die Fensteröffnung erfährt dadurch eine Erweiterung nach außen um zehn Zentimeter und mehr. Dadurch sitzen die Fenster zu tief, lassen sich an der Übergangsstelle schlecht dämmen, der Lichteinfall wird herabgesetzt, und überdies sehen die vertieften Fenster auch nicht gut aus.

Maßnahmen wieder unwirksam

Doch es geht weiter. Sind die Außenwände gedämmt, kommt man vielleicht drauf, dass der größte Teil der Heizwärme über das Dach entweicht. Denn das Dach ist im Winter der Gebäudeteil, der am stärksten abkühlt. Im Inneren wiederum sammelt sich gerade dort die aufsteigende Wärme. So kann es passieren, dass man drei, vier Einzelmaßnahmen ergriffen hat, und noch immer hat man den heute für Neubauten üblichen Energiesparstandard nicht erreicht. Und die isoliert durchgeführten Sanierungsschritte passen nicht zusammen, man muss sich mit Improvisieren helfen, möglicherweise vorher gesetzte Maßnahmen wieder rückgängig machen.

Abstimmung der Systemkomponenten

Besonders die Übergangsstellen einzelner Systemkomponenten – also beispielsweise der Anschluss einer Dämmschicht an das alte Mauerwerk – stellen bauphysikalisch sensible Zonen dar, die exakter Planung und Ausführung bedürfen. Auch der Energiestandard sollte übereinstimmen. Es ist wenig sinnvoll, für die Fenster einen anspruchsvollen Wärmedämmstandard anzustreben, wenn für Außenwände und Decken nur der Mindeststandard für Sanierungsmaßnahmen vorgesehen ist. Natürlich übersteigt die Gesamtsanierung eines Hauses das Budget der meisten Eigenheimbesitzer.

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