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Einbruchhemmende Türen ("Sicherheitstüren")

Technik der Verzögerung

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Konsument 10/2008 veröffentlicht: 17.09.2008, aktualisiert: 25.09.2008

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Zarge. Die Zarge (Türstock) wird mit der Widerstandsklasse der Tür definiert und geprüft, auch hier ist das Material nicht entscheidend für die Widerstandsklasse. Wichtiger ist ihr Einbau, denn sie muss fest mit dem Mauerwerk verbunden sein. Eingeschäumte Zargen können leicht ausgehebelt oder herausgerissen werden. Auch darf es keinen Spalt zum Mauerwerk geben, da hier Brecheisen oder Kuhfuß angesetzt werden können. Einbruchhemmende Normalstahlzargen gemäß ÖNORM B 5330-8 müssen mindestens 1,5 mm dick sein und Verstärkungen im Bereich der Verriegelungen (Schloss und Bänder) haben.

Holzzargen brauchen ein auf das Mauerwerk abgestimmtes Verankerungssystem, bei dem die über die Beschläge einwirkenden Kräfte direkt in das Mauerwerk übertragen werden. Einige der hier aufgelisteten Hersteller bieten auch Sanierungssysteme an. Sicherer ist es in jedem Fall, wenn die alte Zarge ausgeschnitten und eine neue Zarge eingemauert oder einbetoniert wird. Bei Sanierungszargen muss die Verankerung durch das alte Stock- oder Zargensystem hindurch in das Mauerwerk erfolgen.

Bänder . Die umgangssprachlich als Scharniere bezeichneten Türbänder müssen nicht nur fest mit Zarge und Türblatt verankert sein, sondern sollen auch eine Bandsicherung aufweisen. Diese verhindert mittels einer Verbindung zwischen Zarge und geschlossener Tür das Aushebeln des Türblatts.

Schloss und Schließzylinder (ÖNORM B 5351 und ÖNORM EN 1303). Schlösser mit Schließzylindern gelten bei Erfüllung folgender Kriterien als einbruchhemmend: Sie müssen über einen Kernziehschutz verfügen, aus gehärtetem Metall bestehen (was ein Aufbohren verhindern soll) und nachsperrgesichert sein. Bei fast allen Modellen können die Schließ­zylinder ausgetauscht und andere, geeignete Schließzylinder eingebaut werden. Ebenso kann bei den meisten Modellen ein Gefahrenschlüssel bestellt werden, der das Aufsperren ermöglicht, auch wenn innen der Schlüssel steckt.

Automatische (elektrische) Verriegelungen können manipuliert werden, wenn z.B. das Codegehäuse leicht herausgerissen werden kann. Ebenso kann eine chipgesteuerte Zentralverriegelung die Widerstandsklasse negativ beeinflussen und zu einer schlechteren Bewertung führen. Diese wird daher nach EN (Europäischer Norm) 1627 nicht überprüft. Für die Einteilung in Widerstandsklassen gilt ausschließlich die mechanische Ausrüstung der Tür.

Schutzbeschlag (ÖNORM B 5351 und DIN 18257). Er muss durch Größe, Material und Montage (Innenverschraubung) verhindern, dass der Schließzylinder aufgebohrt oder abgerissen werden kann. Außerdem muss der Schließzylinder so eingebaut werden, dass er nicht mehr als 3 mm herausragt und nicht mit einer Zange herausgebrochen werden kann. Ideal sind Schutzbeschläge, die den Zylinder vollständig abdecken.

Schließblech . Einbruchhemmende Schließbleche aus Stahl müssen mindes­tens 3 mm stark und 500 mm lang sein und mit mindesten 8 bis 10 Schrauben befestigt werden. Am besten sind Schließbleche mit Mauerankern, die durch die Zarge hindurch 100 mm ins Mauerwerk ragen.

Türspion. Bei allen Modellen ist der Einbau eines Weitwinkelspions vorgesehen oder möglich. Wegen seiner kleinen Ausmaße beeinträchtigt er nicht die mechanischen Eigenschaften der Sicherheitstür.

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