Halogenlampen: Verbot 2018

Kommentar von P. Blazek

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

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Wir erinnern uns: Im Jahr 2009 hat die EU in einer überstürzten Aktion ein Glühlampenverbot erlassen. 2018 sollen die Halogenlampen folgen. - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteur Peter Blazek.

Peter Blazek (Bild: U. Romstorfer/VKI)

E-Mail: Peter Blazek

Binnen weniger Monate mussten die ersten Glühbirnen aus den Regalen geräumt werden. Die Industrie war darauf überhaupt nicht vorbereitet. LED-Lampen waren zu dieser Zeit irrsinnig teuer und eigneten sich bestenfalls als Zusatzlicht oder für spezielle Lichteffekte – „Teures Dekor“ titelten wir damals einen Test: LED-Lampen 2/2010. Und die leidigen Energiesparlampen haben eigentlich nie wirklich die Konsumentenbedürfnisse erfüllt, man kann sie getrost als Fehlkonstruktion bezeichnen (geringe Schaltfestigkeit, lange Anlaufzeit, u.a.).

Halogenlampenverbot verschoben

Mit dem Glühlampenverbot hat die EU viele Konsumenten vor den Kopf gestoßen, die Empörung war – auch in unserer Leserschaft – riesengroß. Nun dürfte man dazugelernt haben: Der nächste Streich, nämlich das Verbot auch von Halogenlampen, der für September 2016 geplant war, wurde um zwei Jahre verschoben. Der Industrie soll noch Zeit gegeben werden, die Effizienz der LED-Lampen, die die Halogenlampen ersetzen sollen, zu verbessern. Diese – verspätete – Einsicht fällt nicht aus heiterem Himmel. Man kann davon ausgehen, dass der unüberhörbare Aufschrei der Bevölkerung, die ja den Schaden des Glühlampenverbotes zu tragen hatte, zumindest mit dazu beigetragen hat.

Tischleuchten fix verbauten LEDs

Nicht wenige Experten und Umweltorganisationen haben dieses erfreuliche Umdenken heftig kritisiert und vorgerechnet, um wieviel Milliarden Kilowattstunden mehr durch diese Entscheidung verbraucht werden. Solche theoretischen Rechenbeispiele ignorieren, dass durch eine unausgereifte Technologie weder Energie noch Kosten in erhoffter Höhe eingespart werden können. So ist es offenbar auch noch niemand aufgefallen, dass es derzeit noch immer keine Boden- oder Tischleuchten mit austauschbaren LED-Lampen gibt. Die sind immer fix verbaut – wenn sie ihre Nutzlebensdauer überschritten haben, landet die ganze Leuchte auf dem Müll. Ein Wegwerfartikel als leuchtendes Beispiel für den sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Energie? Warum hat hier noch niemand an ein Verbot gedacht?

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