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Handystrahlen

Ein Schein von Risiko

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Konsument 5/2002 veröffentlicht: 24.04.2002

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Nicht nur Wärme-Effekte

Wer hat Recht? Unbestritten sind thermische Schäden durch starke hochfrequente Felder. Im schlimmsten Fall kann es zu Hitzschlag oder Herzinfarkt kommen. Doch diese Gefahr wird bei den heutigen GSM-Handys als vernachlässigbar gering eingeschätzt. Deren Abstrahlleistung erreicht maximal 2 Watt. Zu höheren Wärmebelastungen kann es da kaum kommen; auch in ungünstigen Situationen liegt die Feldstärke weit unter den kritischen Werten.

Elektromagnetische Felder

Elektromagnetische Felder haben aber nicht nur thermische Auswirkungen. Es gibt auch biologische Wirkungen – Reaktionen des menschlichen Körpers auf äußere Reize –, die selbst bei sehr niedriger Dosis auftreten können. Hier spielt weniger die Stärke des elektromagnetischen Feldes eine Rolle als vielmehr die Frequenz. GSM-Handys senden ihre Signale nicht mit gleich bleibender Frequenz, sondern gepulst – konkret 217 Mal in der Sekunde. Die gepulste Frequenz beeinflusst möglicherweise den menschlichen Organismus, diskutiert werden Veränderungen des Stoffwechsels oder der Zellstrukturen. Grundsätzlich werden diese biologischen Effekte von niemandem bestritten. Allerdings beharren herrschende Lehre und Vertreter der Wirtschaft darauf, dass es sich dabei um vorübergehende und unschädliche Effekte handle. Kritiker verweisen hingegen auf Untersuchungen, wonach es zu Kopfschmerzen, Nervosität oder Verhaltensänderungen gekommen sei, aber auch genetische Schäden und erhöhte Blutkrebsraten wurden angeblich festgestellt. Heiß diskutiert wird in letzter Zeit eine möglicherweise erhöhte Durchlässigkeit der so genannten Blut-Hirn-Schranke; diese sollte verhindern, dass Schadstoffe aus dem Blutkreislauf ins Gehirn gelangen. In Versuchen mit Ratten wurde festgestellt, dass bereits bei niedriger Bestrahlung Eiweißmoleküle die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Eiweiß wiederum kann Nervenzellen vernichten, Alzheimer oder Multiple Sklerose könnten die Folge sein.

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