KONSUMENT.AT - Heizkosten - Zwang zur Fernwärme

Heizkosten

Heizen mit wenig Kohle

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KONSUMENT 1/2012 veröffentlicht: 30.12.2011

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Noch eine Voraussetzung für eine preiswerte Holzfeuerung: Es sollte eine günstige Zustellmöglichkeit geben. Ausgenommen davon ist lediglich die Pellets-Zentralheizung, für die ­ es ein weitgehend flächendeckendes Zustellsystem gibt. Der Bauer aus dem Nachbardorf wird Ihnen vielleicht einen Anhänger Holz um 40, 50 Euro bringen. Doch eine Lieferung in eine entfernter gelegene Stadt kann den in der Tabelle angegebenen "Brennstoffpreis in Cent/Einheit" spürbar erhöhen (dieser bezieht sich meist auf Selbstabholung im Wald bzw. beim Baumarkt – siehe Fußnoten).

Stromheizung ist ökologisch unsinnig

Händisch beschickte Einzelöfen bieten auch Stadtbewohnern eine breite Auswahl an ­unterschiedlichen Brennstoffen. (Als Zusatzheizung kann das durchaus sinnvoll sein.) Wohnungsinhaber, die eine Heizung mit automatischer Brennstoffversorgung bevorzugen oder benötigen, haben aber eigentlich nur mehr die Wahl zwischen Strom, Erdgas und Fernwärme (Pellets, Heizöl und Flüssiggas ­benötigen ja einen entsprechenden Platz zum Lagern). Für Wohnungen, die nicht an das Erdgas- und Fernwärmenetz angeschlossen sind, bleibt dann nur noch die teure und ökologisch unsinnige Stromheizung.

Verpflichtend ans Nah- bzw. Fernwärmeheizwerk angeschlossen

Aber das ist eher selten der Fall. Recht häufig ist es hingegen so, dass eine Wohnhaus­anlage bzw. eine ganze Siedlung an eine ­gemeinsame Heizung oder an die örtliche Fernwärme angeschlossen ist. Auch in diesem Fall ist eine Wahlmöglichkeit meist nicht gegeben, weil die Hausbewohner verpflichtet sind, diese Heizung in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie an so ein Nah- bzw. Fernwärmeheizwerk angeschlossen sind, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie einen wesentlich höheren Preis zahlen müssen als den, der dem zum Einsatz kommenden Brennstoff ­eigentlich entsprechen würde.

Billig ein-, teuer weiterverkauft

Immer mehr Betreiber von Heizwerken lassen sich Hackschnitzel zum Billigsttarif anliefern (vermutlich unter 2 Cent/kWh), der verrechnete Preis hingegen orientiert sich an der Entwicklung der Erdöl- bzw. Erdgaspreise und kann so auch 10 Cent/kWh erreichen – eine schöne Gewinnspanne

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Kommentare

  • Feuchtegehalt
    von REDAKTION am 27.01.2012 um 15:23
    Feuchtes Holz (Restfeuchte 25 bis 35%) verliert ein Drittel seiner Heizenergie. Außerdem steigen die Schadstoffe im Abgas um ein Vielfaches. In manchen Baumärkten wird sowhl feuchtes als auch getrocknetes Holz angeboten. Bei unserem Heizkostenvergleich wird bei Holz aus dem Baumarkt eine Restfeuchte von unter 20% angenommen. Im Elektromarkt gibt es preiswerte Messgeräte (rund 20 Euro), die in der Regel recht zubverlässig die Restfeuchte angeben. Ihr Konsument-Team
  • Feuchtegehalt von Holz
    von Benuzter gelöscht am 25.01.2012 um 10:03
    Von Holzhändlern und in Baumärkten wird Holz mit vollkommen unterschiedlichen Trocknungsgraden angeboten. Manchmal wird der Trocknungsgrad nicht, manchmal unrichtig, manchmal korrekt angegeben. Feuchtes Holz brennt jedenfalls im Kaminofen bedeutend schlechter an, raucht stark und stellt offensichtlich auch eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Natürlich lagern die "Profis" feuchtes, billigeres Holz ein und lassen es selbst entsprechend trocknen. Doch diese Möglichkeit haben wir beispielsweise nicht. Daher meine Frage: In wieweit beeinflusst der Feuchtegehalt den Preis pro Energieeinheit?