Laminatböden

Eine glatte Sache

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Konsument 1/1999 veröffentlicht: 01.01.1999

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Viele Vorteile

Laminatböden gelten als kratzsicher, lichtbeständig, unempfindlich gegenüber Chemikalien und Zigarettenglut, und sie sind nahezu mühelos sauberzuhalten. Ein weiterer Vorteil ist ihre geringe Höhe (7 bis 8 Millimeter) sowie die unkomplizierte schwimmende Verlegung. Sie werden in Nut und Feder verleimt, der vorhandene Bodenbelag muß nicht entfernt werden (außer es handelt sich um Velourteppiche). Attraktiv macht sie auch der Preis – sie sind billiger als Parkettböden. Und als „I-Tüpferl“ gibt es fünf bis zehn Jahre Garantie, manche Firmen bieten sogar 15 Jahre.

Mängel bei Garantie und Kennzeichnung

„Alles O. K., oder der Boden wird ersetzt“ – dieses Versprechen sollte man nicht überbewerten. Garantie gibt es nämlich nur für bestimmte Eigenschaften, etwa Abriebfestigkeit, Lichtechtheit oder Fleckenunempfindlichkeit, nicht jedoch für Schäden, die infolge unsachgemäßer Verlegung oder Behandlung entstehen. Auch Sätze wie zum Beispiel „Gilt nicht für Kanten“ oder „Wenn Nutzung laut Kennzeichnung“ schränken mögliche Garantieansprüche ein. Aufhorchen läßt der schwedische Möbelriese Ikea. Zusätzlich zu 15 Jahren Qualitätsgarantie gewährt er eine Verlegegarantie in der Form, daß man den Boden zurückbringen kann, wenn die Verlegung nicht klappen sollte. Voraussetzung: Man hat sich genau an die Ikea-Verlegeanleitung gehalten. Nicht alle Packungen enthalten Angaben über den Hersteller oder die Chargen-Nummer. Letztere ist wichtig, wenn man sich verrechnet und zu wenig eingekauft hat. Dann stellt die Chargen-Nummer sicher, daß man noch ein Produkt aus der gleichen Erzeugung erhält. Hat der Hersteller bestimmungsgemäß formaldehydarme Spanplatten verwendet (weniger als 0,1 ml/m3), sollte diese Emissionsklasse mit dem Stempel E1 ausgewiesen sein. Nach dieser Kennzeichnung sucht man bei einigen Produkten lange, weil sie so winzig ist, daß man sie ohne Lupe nicht lesen kann. Manchmal ist die Suche auch vergeblich. Immer wieder mißverstanden werden die Raumklimahinweise. In den meisten Produktbeschreibungen stehen diesbezügliche Empfehlungen beim Kapitel „Verlegung“. Was viele Konsumenten häufig so interpretieren, daß sie nur während der Verlegung auf die geforderte Umgebungstemperatur achten müßten. Einzig die Firma Hamberger verweist beim GO-Laminat auf die Notwendigkeit des richtigen Raumklimas, und zwar exakt beim Verlegen als auch beim Gebrauch. Holz und Holzwerkstoffe sind nämlich hygroskopisch, das heißt, sie passen sich der umgebenden Luftfeuchtigkeit an. Die Folge: Die Abmessungen der Bodendielen können sich verändern (zusammenziehen oder ausdehnen). Für Naßräume wie Badezimmer oder Sauna sind sie nicht geeignet. Dafür bietet der Handel spezielle Laminatböden an.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo