KONSUMENT.AT - Pelletkessel - Umweltzeichen als Kriterium

Pelletkessel

Holz im Tank

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Konsument 10/2009 veröffentlicht: 17.09.2009

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Umweltzeichen als Kriterium

In dieser Marktübersicht wurden Anlagen mit einer Leistung zwischen 15 und 35 kW ausgewählt, das ist jener Bereich, der für den Austausch alter Heizanlagen in Frage kommt. In Neubauten sind wegen der generell besseren Wärmedämmung der Gebäude kleinere Kessel ausreichend. Zu beachten ist, dass wir nur gute Modelle berücksichtigt haben, alle gelisteten Kessel erfüllen die Anforderungen des Österreichischen Umweltzeichens in Bezug auf Wirkungsgrad und Emissionen. Die Messungen müssen von einer akkreditierten Prüfanstalt durchgeführt werden, der Wirkungsgrad muss mindestens 90 % erreichen. Für die Emission von Kohlenmonoxid, Stickoxiden, organischem Kohlenstoff und Staub gelten strenge Grenzwerte.

Nachweise für die Qualität

Hersteller von Geräten, die das Österreichische Umweltzeichen tragen, müssen darüber hinaus Nachweise für die Qualität der Anlagen liefern und sich zu umfassenden Informations- und Serviceleistungen verpflichten. Das beginnt bei der Kaufberatung, den Installationshinweisen für die Installateure über exakte Wartungshinweise bis zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen für mindestens 10 Jahre. Alles in allem gilt das Österreichische Umweltzeichen heute als das strengste Qualitäts- und Umweltgütesiegel im deutschsprachigen Raum.

Teuer in der Anschaffung

Die Preise für kleinere Anlagen (Nennwärmeleistung unter 20 kW) liegen zwischen 7.000 und 11.000 Euro. Dazu kommen aber noch die Kosten für den Pufferspeicher, für die Montage und die Einrichtung des Lagerraumes. Im Vergleich zu Öl oder Gas ist die Anschaffung einer Pelletanlage deutlich teurer, dafür sind Pellets bei den Heizkosten (allen Preisturbulenzen der letzten Jahre zum Trotz) kaum zu schlagen.

"Klimaneutrale" Verbrennung

Bei der Holzverbrennung wird das klimaschädliche Kohlendioxid freigesetzt, allerdings wird dies dadurch kompensiert, dass der Baum zum Wachsen Kohlendioxid benötigt, das er der Atmosphäre entzieht. Deshalb spricht man auch von „klimaneutraler“ Verbrennung. Und das ist das große Plus dieser Heizform gegenüber Öl- und Gasheizungen. Es kommt hinzu, dass die fossilen Brennstoffe über tausende Kilometer importiert werden müssen und ihre Vorräte irgendwann unweigerlich zur Neige gehen.

Nachwachsender Rohstoff 

Holz ist dagegen ein nachwachsender Rohstoff, der in Europa ausreichend zur Verfügung steht. Und deshalb wird die Installation von Pelletanlagen mit öffentlichen Geldern unterstützt. Im Rahmen der Wohnbauförderung gewähren die Bundesländer unterschiedliche Zuschüsse für energiesparende Investitionen. Alle in der Tabelle angeführten Anlagen sind förderwürdig.

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Kommentare

  • die wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf die pellets-kosten zu reduzieren, greift zu kurz
    von polz am 27.09.2009 um 07:54
    zwar werden im test die zahlreichen baulichen maßnahmen für den pellets-lagerraum angeführt, aber monetär bei den anschaffungskosten schlicht nicht bewertet. prallschutzmatten, brandschutztür und der raum selbst sind aber kosten, die entweder mit dem heizsystem in direkter verbindung stehen bzw. anderwertige nutzung ausschließen. die anschaffung wird zwar als teuer ausgewiesen, die laufenden kosten (wartung, rauchfangkehrer) werden aber ebensowenig wie der umstand, dass die pellets nicht aus dem wald in den lagerraum gezaubert werden, sondern eben auf konventionellem weg transportiert werden müssen. ein - recht kleines - 120m²-haus kommt laut ihrem bericht "ein heißes eisen" mit €220.- pelletskosten (ohne laufende kosten) durch, ein mit elektrischer energie betriebenes haus mit €626 - 762 stromkosten. nun sind die laufenden kosten bei elektroheizungen gleich null, da weder ein rauchfang noch irgendwelche wartungsarbeiten erforderlich sind - und die leitungskosten im haus auch bei der steuerung der zentralen rechnereinheit der pelletsanlage zu brechnen wären. fairerweise müssten daher gesamtkosten gegenübergestellt werden. elektrische teilspeicher-platten wie z.b. marmorheizungen kommen bei besagtem 120m²- haus auf ca. €4.500.- bis 5.000.- inkl. steuer, montage und 2. zähler. bei max. €542.- jährlicher differenz (reduziert um die laufenden kosten der pelletsheizung) ist klar, was das für die wirtschaftlichkeitsbetrachtung bedeutet. die optionale solaranlage zur pelletsheizung rentiert sich überhaupt nie. strom ist auch nicht "böse" - er wird nur derzeit auf dümmstmögliche weise erzeugt. das kann sich mittels photovoltaik und kleinwindkraftwerken für efh-besitzer aber bald ändern - die dann evtl. ihre tankstelle für e-autos (dort ist strom die zukunft, also nicht böse) im haus haben...