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Schimmel in der Wohnung

Selber schuld?

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Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

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Ein typisches Beispiel:

Geschoßdecken aus Beton, die bis zur Außenkante reichen. Im Vergleich zur (Ziegel-)Fassade leitet die Betondecke die Wärme viel schneller ab, was bedeutet, dass sie auch schneller auskühlt und damit Wasserdampf kondensieren lässt. Solche Wärmebrücken entstehen auch an Balkonen oder Fensterstürzen ohne Dämmung. Vor 20, 30 Jahren entsprach diese Bauweise dem Stand der Technik, und sie gilt daher nicht als Baumangel. Aber auch heute kann Schimmelbildung schon im Neubau begründet liegen. Bei einem neuen Betonbau sind pro Quadratmeter Wandfläche bis zu 160 Liter Wasser gebunden. Es braucht Zeit, bis diese riesigen Wassermengen trocknen können. Sinnvoll wäre es, Neubauten ein paar Monate durchtrocknen zu lassen. Umso mehr, als Polystyrol, das mit Abstand gängigste Dämm-Material, nur sehr wenig Wasserdampf durchlässt, sodass die Feuchtigkeit in der Mauer gefangen bleibt. Bewohnte Häuser brauchen viel länger zum Austrocknen. Denn erstens können sie vor allem in der kalten Jahreszeit nicht ständig durchlüftet werden. Außerdem sorgen die Bewohner für zusätzliche Feuchtigkeit durch Schwitzen, Kochen, Waschen und so weiter. So kann es bis zu sieben Jahre dauern, bis die Wände eines Neubaus durchgetrocknet sind. Feuchteschäden treten oft erst nach Jahren auf. Umso schwieriger ist es dann für einen Betroffenen, das Verschulden nachzuweisen.

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