KONSUMENT.AT - Schimmel in der Wohnung - Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung

Selber schuld?

Seite 4 von 8

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

Inhalt

Zumutbare Vorkehrungen

Das vom Wohnungsinhaber geforderte Verhalten muss zumutbar sein. So kann niemandem vorgeschrieben werden, die Fenster im Winter ständig geöffnet zu halten, oder Waschen und Kochen zu unterlassen. Wer ausreichend heizt und lüftet, hat das Recht, vom Vermieter die Behebung des Schadens beziehungsweise eine Herabsetzung der Miete zu verlangen. Tritt der Schimmelpilz in gesundheitsschädlichem Ausmaß auf, kann der Mieter den Vertrag vorzeitig kündigen. Allerdings gibt es keinen Grenzwert, ab wann Schimmel die Gesundheit gefährdet. Noch unschärfer ist die Definition für richtiges Nutzerverhalten: Was heißt ausreichend lüften?

Wer die Behebung eines Baumangels einfordert, sollte sich zuvor vergewissert haben, dass er seinerseits wirklich alles getan hat, um die Raumfeuchtigkeit gering zu halten. Es gibt eine Reihe von Landesstellen und privaten Instituten, die Messungen der Luftfeuchtigkeit und der Sporenbelastung der Luft vornehmen (Kosten: ein paar Tausend Schilling). Nur wird man dann möglicherweise nicht viel mehr wissen als zuvor; die Luftfeuchtigkeit kann man auch selbst mit einem Hygrometer feststellen. Wirklich hilfreich wäre ein Gutachten eines Zivilingenieurs, das allerdings bis zu 40.000 Schilling kosten kann. Davor scheuen die meisten Betroffenen zurück. Versuchen Sie daher, sich mit Nachbarn abzusprechen und gemeinsam vorzugehen, um die Kosten aufteilen zu können. Außerdem sollten Sie den professionellen Rat einer Mieterberatungsstelle einholen. Möglicherweise kann eine außergerichtliche Streitbeilegung einen teuren Prozess vermeiden.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen