Stromliberalisierung

Was ein Wechsel bringt

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Konsument 10/2001 veröffentlicht: 01.10.2001

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Was ist von Bonus- oder anderen Zusatzangeboten zu halten?

Wenn Sie die Angebote vergleichen, sollten Sie sich auf das Wesentliche beschränken. Ein unattraktiver Stromtarif bleibt unattraktiv, auch wenn er mit ein paar Zuckerln versüßt wird. In der Regel sind die Zusatzangebote vernachlässigbar oder überflüssig. Beispiel: Ein Tag Freistrom – das macht gerade ein paar Schilling aus. Oder das Angebot einer Versicherung gegen Stromunfälle. Dieses Risiko wird ohnehin durch eine private Unfallversicherung oder eine Haushaltsversicherung abgedeckt. Außerdem sind gerade Stromunfälle im privaten Bereich äußerst selten. Interessant ist allenfalls ein Einstiegsbonus (300 kWh gratis) – das ist aber nur eine einmalige Leistung.

Muss der Stromzähler ausgetauscht werden?

Eine der Schauergeschichten, die von den alten Stromversorgern in die Welt gesetzt wurden, um ihren Kunden einen Wechsel zu verleiden. Faktum ist: Für private Haushalte gibt es ein standardisiertes Lastprofil, daher braucht man keinen neuen (elektronischen) Stromzähler. Für die Ablesung ist weiterhin der Netzbetreiber verantwortlich. Auch andere technische Umstellungsschwierigkeiten gehören ins Reich der Fabel. Ebenso die Behauptung, Stromstörungen künftig nicht mehr beheben zu können. Der Netzbetreiber hat auch weiterhin für den reibungslosen Stromtransport zu sorgen, schließlich wird ihm diese Aufgabe ja mit dem Netzpreis abgegolten.

Kann ich den – verbilligten – Nachtstromtarif behalten?

Viele Haushalte beziehen zur Warmwasserspeicherung oder zum Heizen Strom, der zumeist nur in der Nacht geliefert wird. Für diesen Strom wird ein so genannter Schwachlasttarif verrechnet, der wesentlich niedriger als der normale Tarif ist – und zwar sowohl der Netz- als der Energieanteil. Kunden, die umsteigen wollen, sollten darauf achten, dass der neue Stromlieferant auch einen günstigen Energiepreis für Nachtstrom anbietet. Muss man den normalen Energiepreis zahlen (rund 50 Groschen/kWh), wird sich ein Umstieg häufig nicht lohnen. Ein teilweiser Wechsel (neuer Anbieter nur für Normalstrom, Nachtstromlieferung weiterhin durch den Gebietsversorger) wäre zwar technisch möglich, der Gebietsversorger kann aber nicht dazu gezwungen werden.

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