KONSUMENT.AT - Wärmepumpen - Wärmepumpen

Wärmepumpen

Kalte Füße fürs Gemüse

Seite 2 von 4

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 8/2006 veröffentlicht: 13.07.2006

Inhalt

Formel zum Flächenbedarf

Natürlich sind auch die klimatischen Verhältnisse zu berücksichtigen. Im warmen Burgenland kommt man mit einer kleineren Kollektorfläche aus als im rauen Waldviertel. Faustformel: Der Flächenbedarf beträgt etwa das 1,5- bis 2-fache der zu beheizenden Wohnfläche. Eine Unterdimensionierung muss vermieden werden, um eine zu starke Abkühlung des Bodens zu verhindern. Alternativ zu den Rohrschlangen kann auch eine vertikale Sonde in das Erdreich eingebracht werden, in eine Tiefe von 20 bis 100 Metern. Der Platzbedarf ist geringer, die Investitionskosten sind dafür höher.

Wärmepumpe mit Tiefensonde: bei Platzmangel die - teurere - Alternative

Wärme wird entzogen

Wärmepumpen verlangen umfangreiche Erdarbeiten. Es ist darauf zu achten, die Fläche über den Kollektoren unversiegelt zu lassen – also dort keine betonierte Terrasse und kein Gartenhaus zu errichten –, damit die Erde durch Sonneneinstrahlung und Niederschlag natürlich erwärmt werden kann. Die Flachkollektoren müssen mit Weitsicht, das heißt mit Sinn für potenzielle Eventualitäten, verlegt werden: Möchte man sich beispielsweise die Option auf ein eigenes Schwimmbad in ein paar Jahren offen halten, sollte das in der Planung berücksichtigt werden.

Bis zu 10 Grad Unterschied

Erdkollektoren kühlen das Erdreich ab, indem sie dem Boden (im Winterhalbjahr) Energie entziehen. Die im Rahmen des Forschungsprojektes durchgeführten Messungen ergaben, dass der Temperaturunterschied gegenüber Böden ohne Kollektor im Frühling und Frühsommer mit 6 bis 10 Grad am höchsten, im Hochsommer mit 1 bis 2 Grad am niedrigsten ist. Das kann Auswirkungen für die Vegetation haben: Eine Verzögerung der Blüh- und Austriebsphasen um bis zu zweieinhalb Wochen muss unter Umständen in Kauf genommen werden.

Verbesserung des Kleinklimas

Dem kann man durch eine Verbesserung des Kleinklimas im Garten entgegenwirken, zum Beispiel durch Windschutzhecken oder Beete vor Südmauern. Blumen, Sträucher und Bäume entwickeln sich üblicherweise in einem Garten mit Kollektorleitungen genauso gesund wie in einem unverbauten. Man sollte allerdings nur standortgerechte Pflanzen setzen. Ob Wurzeln von tiefer wurzelnden Bäumen die Kollektorleitungen langfristig schädigen und ob der Ertrag von Obstbäumen beeinflusst wird, bleibt ungeklärt (dafür wären Langzeituntersuchungen erforderlich).

 

 

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
3 Stimmen
Weiterlesen