KONSUMENT.AT - Medizinische Befunde - Im Zweifelsfall zum Arzt

Medizinische Befunde

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KONSUMENT 3/2017 veröffentlicht: 23.02.2017

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Im Zweifelsfall immer zum Arzt

Mit Teststreifen aus der Apotheke lassen sich Harnuntersuchungen zum Beispiel bei Harnwegsinfekten zwar auch auf eigene Faust durchführen, ein negatives Ergebnis ist aber keine Garantie, dass alles in Ordnung ist: ­Einige Bakterien, die Harnwegs­infekte ver­ursachen, lassen sich durch die chemischen Substanzen im Teststreifen nicht nachweisen. Auch bei anhaltenden ­Beschwerden, wie etwa Schmerzen beim Harnlassen, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser führt dann weiter reichende Urintests und ­eine Blutunter­suchung durch, um einen Befund abzusichern oder genauere Ergeb­nisse zu erhalten.

Farbe und Geruch

Neben der mikroskopischen Untersuchung im Labor geben auch Farbe, Klarheit und ­Geruch des Urins erste Aufschlüsse. Harnwegsinfekte gehen oft mit einem stechend scharfen Geruch einher. Ist der Harn rötlich-braun verfärbt, kann das auf eine Blut­beimengung hinweisen. Die Farbe hängt aber auch davon ab, wie viel man getrunken und was man gegessen hat. Himbeeren oder Rote Rüben zum Beispiel können den Harn ebenso verfärben wie Medikamente.

Nicht nur Abfallprodukt

Das gilt ebenso für den menschlichen Kot, der je nach den verzehrten Lebensmitteln, Getränken und Medikamenten sehr unterschiedlich aussehen kann. Auch hier liefern Farbe, Beschaffenheit und Geruch sowie die Unter­suchung auf mögliche unerwünschte Bakte­rien, Krankheitserreger und Beimengungen wie Blut, Eiter oder Schleim erste Hinweise auf Blutungen und entzündliche Prozesse im ­Magen-Darm-Trakt.

Sichtbares und nicht sichtbares Blut

In den meis­ten Fällen ist Blut im Darmtrakt auf harmlose oder leicht behandelbare Ursachen zurückzuführen, etwa Hämorrhoiden, Schleimhautgeschwülste (Poly­pen), Darmausstülpungen (Divertikel), Entzündungen oder Verletzungen in der Aftergegend.

Neben sichtbarem Blut, das zu einer Stuhlverfärbung führt, kann sich im Stuhl aber auch nicht sichtbares (okkultes) Blut befinden – ein möglicher Hinweis auf Darmpolypen, aus ­denen sich im Lauf mehrerer Jahre Dick­darmkrebs entwickeln kann. Um dies aus­zuschließen oder rechtzeitig zu erkennen, wird im Rahmen von Gesundenuntersuchungen der sogenannte Haemocculttest oder Okkultbluttest durchgeführt (siehe Kapitel "Stuhltest – aussagekräftig oder nicht?").

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