Betriebliche Vorsorgekassen: Vergleich

Zweites Standbein für die Pension

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KONSUMENT 6/2016 veröffentlicht: 25.05.2016

Inhalt

Testkriterien

Performance und Volatilität (30 % Gewichtung)
Unter Performance versteht man die Wertentwicklung einer Kapitalanlage. Sie wird im Vergleich zu einem Referenzwert, der sogenannten Benchmark, ermittelt. In unserem Test wurde sie am höchsten gewichtet. Benchmark ist das beste Ergebnis unter den Anbietern.
Bei der Performance wurden 4 Werte abgefragt. 1, 3, 5 und 10 Jahre. Die Anlagen sind als sehr langfristige Investments anzusehen, daher wurde die langfristige Performance am stärksten gewichtet.
Die Volatilität ist die Schwankungsbreite während eines bestimmten Zeitraumes (je größer, desto risikoreicher ist die Kapitalanlage). Aufgrund der gesetzlichen Anlagevorschriften sowie einer eher geringen Streuungsbreite wurde sie niedriger gewichtet. Sie wurde für 3, 5 und 10 Jahre erhoben und bewertet.

Kosten (15 %)
Bei den Kosten wurden Beitragserhebungskosten sowie Vermögensverwaltungskosten berücksichtigt. Da die Kosten auch in der Performance Berücksichtigung finden, wurde dieses Gruppenurteil geringer gewichtet. Eine Berücksichtigung der Kostenbelastung erfolgte trotzdem im Hinblick auf einen überproportionalen Einfluss vor allem in Niedrigrenditejahren, die aktuell eher zu erwarten sind.
Auch die Kosten sind als relative Bewertung angelegt.

Nachhaltigkeit (10 %)
Die Nachhaltigkeit als wichtiges, aber nur für einen Teil der Verbraucher relevantes Entscheidungskriterium wurde mit 10 % der Gesamtnote festgesetzt. Die Bewertung erfolgte anhand etablierter ÖGUT-Zertifizierungen (Gold, Silber, Bronze). Alternative Ansätze wurden nach ihrer Vergleichbarkeit mit der ÖGUT-Zertifizierung bewertet.
Gold 100 %, Silber 75 %, Bronze 50 %, Sonderbewertung – individuell nach ÖGUT-Vergleichbarkeit.
Gewertet wurde nur die höchste Zertifizierung, eine Kumulation mehrerer Zertifikate erfolgte nicht.

Sicherheit/Garantie (25 %)
Wegen des Vorsorgecharakters ist für den Verbraucher der Sicherheitsaspekt von besonderer Bedeutung. Daher erfolgte eine starke Gewichtung mit 25 % der Gesamtpunktezahl.
Zur Bewertung der Sicherheit zählen Kapitalgarantie (gesetzlich ohne Abweichungen), Zinsgarantie Eigenkapitalquote (bilanziell oder Ausstattung nach Eigenmittelvorschriften). Als weitaus wichtigstes Bewertungskriterium wurde die Kapitalrücklagendeckung (in Prozent des Soll) berücksichtigt.

Information und Transparenz (20 %)
Eine qualitative Prüfung anhand objektiver Punkte ist nicht realisierbar, daher wurde dieser Bereich auf das Vorhandensein von Parametern geprüft. Dabei flossen 9 Hauptpunkte ein, wobei die Kontonachricht das wichtigste Kriterium war und anhand von 4 Unterparametern bewertet wurde.
Obwohl die gesetzlichen Grundlagen sehr streng und klar sind, sind die Kontoinformationen der Anbieter recht unterschiedlich gestaltet – manche ausführlicher, andere recht kompakt.
Unsere Testkriterien beziehen sich vor allem auf Angaben zu den unseres Erachtens essenziellen Punkten wie Performance, den aktuellen Saldo zum Stichtag, die Höhe der Beiträge im letzten Jahr und die Höhe der Verwaltungskosten. Die Vorsorgekassen müssen den aktuellen Saldo, die Beiträge des letzten Jahres und die Höhe der Verwaltungskosten angeben und tun das auch. Lediglich die Performance wird in keiner Kontonachricht angegeben.
Weiters haben wir geprüft, wie viel an Information für den Kunden auf der Homepage zur Verfügung steht (Nachhaltigkeitsinfos, Informationen zur Anlagepolitik, FAQ etc.).
Zusätzlich wurde geprüft, ob für die Kunden ein Onlinezugang zu ihrem Konto zur Verfügung steht und ob ein Kontakt via Hotline bzw. E-Mail ermöglicht wird.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
66 Stimmen

Kommentare

  • Für die Arbeitnehmer ein absoluter Verlust
    von gerhard56 am 23.06.2017 um 14:31
    Vergleicht man die Ansprüche Abfertigung alt mit Abfertigung neu kommt man unweigerlich zu dem Schluß, dass die einzigen Gewinner die sog. Vorsorgekassen sind. Die kassieren nur fette Spesen, dafür gibt es kaum Zinsen und der Arbeitnehmer bekommt nur einen kleinen Teil jenes Betrages, welcher nach Abfertigung alt zugestanden hätte. Genau so ein Rohrkrepierer wie die Pensionsvorsorge.
  • Enormer Unterschied in der Abfertigungshöhe im Vergleich Abfertigung ALT vs. NEU!
    von thoem am 17.08.2016 um 14:14
    Bezüglich finanzielle Attraktivität Abfertigung NEU vs. ALT: Sofern man nicht öfters den Arbeitgeber wechselt und man noch im System "Abfertigung ALT" ist, ist ein Wechsel zu "Abfertigung NEU" absolut nicht anzuraten. Die Höhe der Abfertigung ALT bei gleicher Dienstzeit ist realistisch ca. 2 bis 3 mal so hoch wie bei Abfertigung NEU!! Es müsste schon durchschnittlich jährlich 6%(!!!) Zinsen auf die Einlagen geben, damit mit Abfertigung NEU der gleiche Betrag herausschaut wie bei Abfertigung ALT. Bsp 10 Jahre (Jan 2003 - Dez 2012): Abfertigung ALT = 4 Monatsentgelte (Jahresbrutto / 12) Abfertigung NEU = ca. 1,5 Monatsentgelte
  • Artikel und Tabelle noch nicht zugänglich
    von REDAKTION am 25.05.2016 um 10:03

    Wir haben das Heft am 23.5. zum Versand zur Post gebracht. Die Online-Version der Artikel ist jetzt - 25.5.2016, 9 Uhr 30 - online gegangen. Sie gehören zu jenen Abonnenten, denen die Post das gedruckte Heft früh - offenbar am 24.5. -, also vor dem Online-Stellen, zugestellt hat. Auf der Empfangsseite dieses Artikels hatten wir darauf hingewiesen, dass der Artikel am 25. online geht. Sorry - Print und Online klaffen gelegentlich etwas auseinander.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Online Vergleichstool
    von Fred10 am 24.05.2016 um 20:04
    Hallo Im Heft 06/2016 ist auf Seite 29 unten angegeben, dass jedem Verbraucher online ein Vergleichsstool zur Verfügung gestellt wird. Ich kann dieses Tool auf der Homepage nicht finden! Danke für einen Hinweis!
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