Betriebliche Vorsorgekassen: Vergleich

Zweites Standbein für die Pension

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KONSUMENT 6/2016 veröffentlicht: 25.05.2016

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Zwang zum späteren Glück

Befürchtungen, dass die betrieblichen Vorsorgekassen mit diesem Geld nicht redlich umgehen, sind angesichts vieler unrühm­licher Nachrichten über Finanzdienstleister in den vergangenen Jahren verständlich, aber unbegründet. Die BVK unterliegen sehr strengen gesetzlichen Vorschriften und agieren – anders als eine Bank bei einer herkömmlichen Geldanlage – als Treuhänder der Kundengelder. Auch bei den Anlage­vorschriften gibt es strenge Auflagen: Die Gelder müssen sicher veranlagt werden; und damit die Kapitalgarantie hält (das heißt, der Anleger mindestens so viel herausbekommt, wie er eingezahlt hat), müssen die Vorsorgekassen jährlich ihre Kapitalgarantierücklage aufstocken. Weiters sind sie in ein Anleger­entschädigungssystem eingebunden, das derzeit einen Schutz von Abfertigungs­ansprüchen bis zu 20.000 Euro vorsieht.

Acht Kassen teilen sich den Markt

Acht betriebliche Vorsorgekassen (BVK) ­teilen sich den Markt in Österreich. Nach dem verwalteten Vermögen gereiht sind das die VBV, Valida, Allianz, APK, Bonus, BUAK, die NÖ Vorsorgekasse und die erst vor sechs Jahren eingestiegene fair-finance Vorsorgekasse. Die Victoria Vorsorgekasse AG wird von der Bonus übernommen und nimmt ­daher am Vergleich nicht teil. Bei welcher Vorsorgekasse das eigene Geld deponiert wird, kann der einzelne Arbeit­nehmer nicht bestimmen. Die BVK wird vom Arbeitgeber und in größeren Betrieben ­ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl durch Betriebsverein­barung gemeinsam mit dem Betriebs­rat ausgewählt.

Kleine Zahlungen läppern sich

Es ist auch nicht möglich, sich dem Abfertigungssystem ganz zu entziehen, denn: Hat ein Arbeitgeber oder ein Selbstständiger binnen sechs Monaten keinen Beitrittsvertrag abgeschlossen, so kann er vom Hauptverband der Sozial­ver­sicherungsträger einer BVK zugewiesen ­werden. Der "Zwang“ zur betrieblichen Vorsorge ist nicht jedem recht, auch nicht jedem Anspruchsberechtigten, hat aber speziell für jene, denen es schwerfällt, ihr Geld "beisammenzuhalten", den Vorteil, dass sich selbst bei kleinen Beitragszahlungen im Lauf der Jahre ein gar nicht so kleiner Kapitalstock bildet.

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Kommentare

  • Für die Arbeitnehmer ein absoluter Verlust
    von gerhard56 am 23.06.2017 um 14:31
    Vergleicht man die Ansprüche Abfertigung alt mit Abfertigung neu kommt man unweigerlich zu dem Schluß, dass die einzigen Gewinner die sog. Vorsorgekassen sind. Die kassieren nur fette Spesen, dafür gibt es kaum Zinsen und der Arbeitnehmer bekommt nur einen kleinen Teil jenes Betrages, welcher nach Abfertigung alt zugestanden hätte. Genau so ein Rohrkrepierer wie die Pensionsvorsorge.
  • Enormer Unterschied in der Abfertigungshöhe im Vergleich Abfertigung ALT vs. NEU!
    von thoem am 17.08.2016 um 14:14
    Bezüglich finanzielle Attraktivität Abfertigung NEU vs. ALT: Sofern man nicht öfters den Arbeitgeber wechselt und man noch im System "Abfertigung ALT" ist, ist ein Wechsel zu "Abfertigung NEU" absolut nicht anzuraten. Die Höhe der Abfertigung ALT bei gleicher Dienstzeit ist realistisch ca. 2 bis 3 mal so hoch wie bei Abfertigung NEU!! Es müsste schon durchschnittlich jährlich 6%(!!!) Zinsen auf die Einlagen geben, damit mit Abfertigung NEU der gleiche Betrag herausschaut wie bei Abfertigung ALT. Bsp 10 Jahre (Jan 2003 - Dez 2012): Abfertigung ALT = 4 Monatsentgelte (Jahresbrutto / 12) Abfertigung NEU = ca. 1,5 Monatsentgelte
  • Artikel und Tabelle noch nicht zugänglich
    von REDAKTION am 25.05.2016 um 10:03

    Wir haben das Heft am 23.5. zum Versand zur Post gebracht. Die Online-Version der Artikel ist jetzt - 25.5.2016, 9 Uhr 30 - online gegangen. Sie gehören zu jenen Abonnenten, denen die Post das gedruckte Heft früh - offenbar am 24.5. -, also vor dem Online-Stellen, zugestellt hat. Auf der Empfangsseite dieses Artikels hatten wir darauf hingewiesen, dass der Artikel am 25. online geht. Sorry - Print und Online klaffen gelegentlich etwas auseinander.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Online Vergleichstool
    von Fred10 am 24.05.2016 um 20:04
    Hallo Im Heft 06/2016 ist auf Seite 29 unten angegeben, dass jedem Verbraucher online ein Vergleichsstool zur Verfügung gestellt wird. Ich kann dieses Tool auf der Homepage nicht finden! Danke für einen Hinweis!
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