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Digital-TV (DVB-T): Settop-Boxen im Test

Alles im Kasten?

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Konsument 2/2007 veröffentlicht: 28.11.2006

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Welche Settop-Boxen es gibt

Theoretisch gibt es die Settop-Box in fünf Varianten:

  • Unzertifizierte Settop-Box ohne MHP (Multitext) 
    Sie macht mit 14 Geräten den Löwenanteil im Test aus und kostet im Schnitt 71 Euro. „Unzertifiziert“ deshalb, weil sie über kein TÜV-Prüfpickerl verfügt und somit nicht „DVB-T zertifiziert“ ist. Deshalb funktioniert sie aber, wie unser Test zeigt, nicht von vornherein schlechter als ihre zertifizierten Geschwister. Im Gegenteil: Die beiden mit „gut“ bewerteten Geräte finden sich in diesem Marktsegment. Allerdings verfügt sie über keine multimedialen Zusatzdienste („MHP“) und wird deshalb von den Gutschein-Ausgebern nicht mit einem solchen bedacht.
  • Zertifizierte Settop-Box ohne MHP

    Die gab es auch Mitte Dezember 2006 noch nicht am Markt. Gäbe es sie, wären sie an einem „DVB-T zertifiziert“-Pickerl in Schwarz-Weiß erkennbar. Es bleibt abzuwarten, ob diese Nichtverfügbarkeit anhält – auf der DVB-T-Homepage von ORF und ATV ist derzeit kein einziges Produkt gelistet. Auch diese Geräteklasse wäre aber nicht MHP-fähig – die Gutscheingunst bliebe ihr versagt.
  • Zertifizierte Geräte mit MHP (MultiText-fähig)

    Diese sind am viel beworbenen grünen Pickerl erkennbar. Und weil sie auch MHP-fähig sind, gibt es dafür (sofern die Voraussetzungen vorliegen) eben den 40-Euro-Gutschein. Sie kosten im Schnitt genau das Doppelte der „Unzertifizierten“ (nämlich 142 Euro) und sind mit ihrem Listenpreis zwischen 120 und 160 Euro die teuersten im Test. Keines dieser Geräte kam auf ein „gutes“ Testurteil.
  • Unzertifizierte Geräte mit MHP ( MultiText-fähig)
    … konnen wir keine am Markt entdecken. Siehe oben. Auch diese Geräte würden nicht mit der Gutscheinaktion gefördert.
  • Interaktive MHP-Boxen
    Sind ebenfalls – auch mangels einer Lösung für den Rückkanal – noch nicht auf dem österreichischen Markt zu finden. Anfang 2007 sollen die ersten auf den Markt kommen..

Ein Vorteil zertifizierter Boxen besteht darin, dass man eine Hotline anrufen kann (0,12 €/Min), um Hilfe bei der Installation zu erhalten: Schritt für Schritt wird einem da erklärt, was man tun muss.

Bis jetzt stabile Preise

Ob sich an den Preisen etwas ändern wird, lässt sich schwer vorhersagen. Allgemein war mit einem Preisrutsch
gerechnet worden, da ja der Markt für Settop-Boxen ausgesprochen kurzlebig ist – in einem Jahr wird die Nachfrage wohl stark zurückgehen. In der ersten Phase – bis Jahresende 2006 – haben sich jedoch die Preise als relativ stabil erwiesen.

Zum Ergebnis des Tests: Es gab wie erwähnt nur zwei „gute“ Geräte, und das waren ausgerechnet einfache „Zapping-Boxen“ ohne Multitext. Wobei die Qualität von Bild und Ton noch den geringsten Anlass zu Kritik gab. Stimmen also die Werbeargumente? Mit gewissen Einschränkungen. Denn wer mit seiner bisherigen analogen Anlage schlechte Empfangsergebnisse erzielte (Rauschen, Bild-Unschärfen), dem winkt tatsächlich Besserung. Wer hingegen bislang einwandfreien analogen Empfang hatte, dem mögen die nun fallweise auftauchenden digitalen Fehler (einfrierende Bilder, Mosaik und andere Artefakte) den TV-Genuss eher schmälern.

Nur die Ruhe …

Es macht jedenfalls keinen Sinn, in Kaufpanik zu verfallen. Denn einerseits sind von den 100.000 Geräten mit „Förderung“ für Schnellentschlossene (bis 31.12.2006) im ersten Monat erst 20.000 über den Ladentisch gegangen. Andererseits fährt man mit einer einfachen Zapping-Box ohnehin in jedem Fall billiger, auch ganz ohne „Förderung“. Dies trifft selbst für die von Gebühren befreiten Teilnehmer zu, die samt „Förderung“ für eine MHP-Box immer noch mehr auf den Tisch blättern müssen als für viele der „ungeförderten“.

… und immer schön langsam voran

Denn: „Digital“ darf auch in unserem Fall nicht mit „flott“ verwechselt werden. Wer den Ausschalter an seiner Settop-Box gefunden (mit einer Ausnahme alle an der Rückseite des Geräts angebracht) und betätigt hat, der wartet bis zu 80 Sekunden, bis das MHP-Menü wieder da ist. Und der Wechsel von einem Sender zum anderen dauert bei den Digitalen auch zwischen rund einer (bei den normalen Zapping-Boxen) und gar drei Sekunden (bei den MHP-Boxen)!

Aber selbst nach dem simplen Einschalten zu Beginn des Fernsehabends kann es bis zu 12 Sekunden dauern, bis der Bildschirm das gewünschte Programm zeigt.

Schwache Bedienungsanleitungen

Die Bedienungsanleitungen lassen zu wünschen übrig, kaum eine kam über ein „durchschnittlich“ hinaus: kleine Schrift, keine Erklärung von Abkürzungen, fehlende oder schlecht beschriftete Abbildungen, nahezu unleserliche Bildschirmdarstellungen (grau in grau) sowie fehlende Kurzanleitungen.

Die Bedienungsmöglichkeiten am Gerät sind marginal. Nahezu alles passiert über die Fernbedienung der Settop-Box. Wer zwei Boxen hat, etwa um ein Programm anzusehen und ein anderes aufzunehmen, könnte ein Problem bekommen: Handelt es sich um zwei Boxen desselben Typs, sprechen sie ja auf dieselbe Fernbedienung an. Das lässt sich nur verhindern, indem die beiden Boxen weit genug voneinander entfernt aufgestellt werden. Oder man kauft sich vorweg schon zwei unterschiedliche Geräte. Die Freude, den Umgang mit jedem einzelnen von ihnen zu erlernen, gibt’s dann gratis dazu …

Auch Portabilität geht ins Portemonnaie

Übrigens: Obwohl auf der von ORF und ATV gemeinsam betriebenen offiziellen Website der „Digitales Fernsehen Förder GmbH“ ( www.dvb-t.at ) gleich nach der besseren Bild- und Tonqualität von DVB-T mit dessen „Portabilität“ als zweitgereihtem Argument geworben wird – Fernsehen via Laptop auf der Parkbank –, werden die dafür benötigten USB-Sticks generell nicht gefördert, wohl weil sie halt auch nicht MHP-fähig sind.

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