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Digital-TV (DVB-T): Settop-Boxen im Test

Alles im Kasten?

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Konsument 2/2007 veröffentlicht: 28.11.2006

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Noch mehr Fernbedienungen

Zur oben geschilderten Situation kommt noch eine Hürde hinzu: Die Bedienungsmöglichkeiten an den Geräten selbst (Ausnahmen: WISI OR 49 und Clatronic DVB-T 729) sind marginal. Nahezu alles passiert über die der Settop-Box eigene Fernbedienung. Wer nun zwei Boxen erstünde, um etwa einen Sender anzusehen und den anderen aufnehmen zu können, dem mag es aus optischen und technischen Gründen zweckmäßig erscheinen, beide vom selben Typ zu wählen.

Verschiedene Geräte mit verschiedenen Ferndienungen kaufen

Er darf sich auf einige Umbauten oder Umplatzierungen im Wohnzimmer freuen: Beide Geräte würden ja auf dieselbe Fernbedienung ansprechen, das Chaos feierte fröhliche Urständ. Also entweder so weit voneinander entfernt aufstellen, dass sie sich nicht in die Quere kommen, oder zwei verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Fernbedienungen kaufen. Die Freude, den Umgang mit jeder einzelnen von ihnen zu erlernen, gibt’s dann garantiert gratis dazu.

Bild und Tonqualität waren überwiegend "gut"

Klar muss sein: Sobald das Bild über die Settop-Box kommt, hat Ihr TV-Gerät in Sachen Ton- und Bildqualität Sendepause. Denn das Signal kommt damit über den Empfangsteil (Tuner) der Settop-Box und nicht mehr über Ihren Fernseher. Dabei waren die Testergebnisse für das Bild ausnahmslos, für die Tonqualität überwiegend „gut“.

Also stimmt dieses Werbeargument? Mit gewissen Einschränkungen. Denn wer mit seiner bisherigen analogen Anlage schlechte Empfangsergebnisse erzielte (Rauschen, Bildunschärfen), dem winkt tatsächlich Besserung. Wer hingegen bislang einwandfreien analogen Empfang hatte, dem mögen die nun fallweise auftauchende digitalen Fehler (einfrierende Bilder, Mosaik und andere Artefakte) den TV-Genuss eher schmälern …

Bin ich schon oder bin ich noch nicht?

Etliche Anfragen in der „Konsument“-Beratung zeigen: Nicht wenige Umsteiger sind sich nach Installation der Settop-Box nicht im Klaren darüber, ob sie nun bereits über diese oder immer noch über ihr TV-Gerät empfangen. Nicht ganz unschuldig daran dürften die Bedienungsanleitungen sein, von denen die Mehrzahl nicht über ein „durchschnittliches“ Ergebnis hinauskam: kleine Schrift, keine Erklärung von Abkürzungen, fehlende oder schlecht beschriftete Abbildungen, nahezu unleserliche Bildschirmdarstellungen (grau in grau) sowie fehlende Kurzanleitungen sind nur einige der Dinge, die unseren Testern missfielen. Im wichtigen Teilbereich „Abbildungen“ mussten wir deshalb sogar der Hälfte der Kandidaten ein „weniger zufriedenstellend“ verpassen.

Wo bitte ist das Scart-Kabel?

Dabei sollte zumindest die Verkabelung an sich kein zu großes Problem darstellen: Antennen-Kabel vom TV-Gerät abziehen und in die Settop-Box stecken, dann das Scart-Kabel in die TV-Buchse an der Settop-Box stecken, dessen anderes Ende in jene des TV-Geräts. Dazu muss man freilich ein Scart-Kabel haben. Das aber liegt nur den wenigsten Boxen bei. Die Verkäufer erinnern daran heute ebenso gerne vergessen wie in der Vergangenheit bereits an die Druckerkabel für den PC. Dazu kommt bei manchen Geräten eine nahezu unlesbare Beschriftung des richtigen Steckplatzes an der Box (TV-SCART oder Video-SCART?). Man nehme sich also etwas Zeit für den Umstieg.

Und die Antenne?

In der Regel sollte man mit seiner vorhandenen Antenne das Auslangen finden. So fügen auch nur drei Hersteller eine solche ihren Geräten bei. Das läuft zwar dem Argument der Portabilität zuwider, aber wenn man schon das Scart-Kabel kaufen geht, kann man ja die Antenne auch gleich mitnehmen. Aufpassen heißt es lediglich bei der Verwendung von Aktiv-Antennen, die den Strom nun über die Antennenbuchse der DVB-T-Box erhalten: Letztere geben nur 5V/30mA ab, viele benötigen aber 5V/60 bis 5V/100mA. Das könnte zu unbefriedigender Antennenleistung führen. In diesem Fall wäre die Anschaffung einer Antenne mit eigener Stromversorgung oder einer „genügsameren“ fällig.

Staberl an der Schrankwand

Die typischen DVB-T-Antennen sind übrigens nur Staberln mit einer Höhe von 15 Zentimetern und vermögen somit das hässliche Drahtgestell in der Schrankwand wohltuend zu ersetzen. Da fällt es wahrlich nicht ins Gewicht, dass man auf ihnen keine Socken mehr zum Trocknen aufhängen kann und man hat endlich einen im wahrsten Wortsinn augen(ge)fälligen Grund für die zahlreichen Vorteile des DVB-T.

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