Digitale Sat-Receiver

Sat(t) enttäuscht

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Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

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Der Vorteil von digitalem Fernsehen

Aber irgendwer muss doch einen Vorteil von der Digital-Geschichte haben, meinen Sie? Richtig. Wer das – unter anderem – ist, lässt sich auch aus der ORF-Antwort auf die Frage, was „digitales Fernsehen“ eigentlich sei, ablesen: „Beim digitalen Fernsehen werden Bilder und Töne in binäre Daten (0 und 1) umgewandelt. Dadurch kann Fernsehen in erheblich besserer Qualität übertragen werden. Außerdem können digitale TV-Signale komprimiert werden, wodurch mehrere TV- und Radioprogramme über einen einzigen Satellitentransponder übertragen werden können.“

Billiger für TV-Anbieter

Der erste Teil dieser Antwort ist etwas missverständlich: Es gibt nämlich gar kein „digitales Fernsehen“. Ihr TV-Gerät arbeitet immer analog, andernfalls bliebe der Bildschirm leer. Die Digital-Receiver haben ja gerade die Aufgabe, das empfangene Digital- in ein für Ihr TV-Gerät „verständliches“ Analogsignal umzuwandeln. Es geht also um die Art der Übermittlung des TV-Signals. Und die kann analog sein (wie bei der Ausstrahlung via Sendemast oder – gäbe es das beim ORF – Sendung über ein analoges Satellitensignal) oder halt digital. Ersteres ist für die Programmanbieter, welchen Namens auch immer, vergleichsweise teuer (weil die Kapazitäten beschränkt sind), letzteres – digital – ist vergleichsweise billig, weil eben „mehrere TV- und Radioprogramme über einen einzigen analogen Satellitenkanal übertragen werden können.“ TV-Anbieter haben also via digitaler Abstrahlung die Möglichkeit, mehr Programme mit weniger eigenem Aufwand an den Fernsehzuschauer zu bringen und dies auch noch penibel zu kontrollieren. Man könnte fragen: Wird deshalb der Empfang billiger, werden die Rundfunkgebühren für jene 150.000 österreichischen Haushalte, die der ORF nicht oder nicht befriedigend zu versorgen weiß, niedriger? Mitnichten – siehe die „Einmalprämie“.

Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo