Digitale Sat-Receiver

Sat(t) enttäuscht

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Konsument 4/2001 veröffentlicht: 01.04.2001

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Benutzerfrust

Dieses Feature fehlt in Wahrheit ebenso wie zahlreiche andere Funktionen, die dem Digital-Fernsehzuschauer das Handling erleichtern sollten. So gehört der Satz „Diese Funktion steht leider noch nicht zur Verfügung“ zu den meistgelesenen des bald genervten d-box-Besitzers, der sich im Umgang mit dem Gerät vor allem in einem üben muss: in Geduld. Die Hinzufügung eines einzigen Kanals zum persönlichen Bouquet (eine individuelle Zusammenstellung der bevorzugten Sender) dauert Minuten; wer die d-box in den Deep-Sleep-Stromsparmodus versetzt, sollte sie möglichst schon fünf Minuten vor Beginn der Fußballübertragung wieder „aufwecken“, um den Anpfiff nicht zu verpassen. Will man das nicht und begnügt sich mit dem „normalen“ Stand-by-Modus, hat dies einen hohen Preis: 16 Watt verschlingt das Kastl in diesem „Stromsparmodus“, fast so viel wie im Betrieb (22 Watt). Wer also beispielsweise vier Stunden täglich fernsieht und die d-box danach im Stand-by-Betrieb vor sich hindösen lässt, verbraucht damit täglich so viel Strom, als würde er eine 60-Watt-Glühlampe mehr als fünf Stunden brennen lassen... Hightech? „Digital“ ist Synonym für besser, billiger, intelligenter?

So verwundert es also nicht, dass mancher Sat-Zuschauer schon seinem voreilig entsorgten analogen Receiver nachtrauert, mit dem sich in Sekundenbruchteilen von einem Sender zum nächsten zappen ließ, was bei den digitalen bis zu zwei Sekunden dauern kann (und das ist eine lange, sehr lange Zeit, wenn man nur einmal schnell sehen will, was wo läuft). Wie resümierten doch unsere Kollegen von der Stiftung Warentest so treffend: „Wer die Langsamkeit digitaler Medien erforschen möchte, findet in der d-box ein ideales Studienobjekt.“

„Programmvielfalt“

Solcher Kritik wird gerne die enorme Programmvielfalt entgegengehalten, welche etwa die d-box über das Kirch-Zusatzangebot „Premiere World“ zu bieten vermag. Das ist schon richtig – sofern man bereit ist, für die rund 40 zusätzlichen Kanäle bis zu 399 Schilling pro Monat auszugeben. Dafür kommen Filme, Serien und Sportübertragungen allerdings auch ohne Werbeunterbrechungen daher. Aber braucht man 40 weitere Kanäle zu den rund 150, die via Sat (egal ob analog oder digital) kostenlos zu empfangen sind? Wer die Frage bejaht, für den steht die Entscheidung fest: d-box II. Wer sie verneint, der mag mit einer analogen Sat-Anlage zum Gesamtpreis von rund 2500 Schilling das Auslangen finden – oder zur etwa doppelt so teuren Digitalanlage abseits der „d-box“ greifen.

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