Digitalkameras

Pixelriesen in allen Größen

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 16.02.2010, aktualisiert: 17.02.2010

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Öko-Design von Digitalkameras

Nicht nur die Qualität der Digitalkameras wurde getestet sondern auch, wie umweltgerecht sie gestaltet sind – Schlagwort Öko-Design.

Elektronikmüll wächst und wächst

Auf jeden Bürger Europas entfallen derzeit rund 14 kg Elektronikschrott pro Jahr. Der Wert wächst jährlich um 5 Prozent, schneller als bei jedem anderen Hausmüll. Digitalkameras sind zwar recht klein, aber sie werden massenhaft erzeugt, ihre Lebensdauer beträgt geschätzte 18 Monate und sie enthalten eine Reihe gefährlicher Stoffe (Schwermetalle, Kleber, Chemikalien).

Über 80 Prozent der potenziellen Auswirkungen einer Kamera auf die Umwelt werden durch ihr Design bestimmt. Das heißt der Hersteller hat es in der Hand, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das die Umwelt weitgehend schont oder aber sehr gefährdet. Man spricht vom Öko-Design eines Produktes.

Was macht ökologisches Design aus?

Das Öko-Design ist abhängig vom Gewicht und der Art der verwendeten Materialien. Vor allem Printplatte, Verdrahtung, Akku und Display sind jene Bereiche, in denen gefährliche Substanzen Verwendung finden (Blei, Quecksilber, Phthalate, …).

Eine wichtige Rolle spielt auch die Lebensdauer. Je länger die Kameras in Verwendung sind, desto weniger Müll fällt an. Damit in Zusammenhang steht auch die Frage, wie leicht man eine Kamera reparieren kann. Billige Modelle lassen sich kaum auseinandernehmen und schon gar nicht wieder zusammenbauen.

Recycling und Zubehör

Am Ende des Kameralebens sollten die Teile ebenfalls leicht voneinander getrennt werden können (je mehr Schrauben und je weniger Klebstoff, desto besser). Die unterschiedlichen Materialien sollten möglichst rein sein (Metall, Kunststoff, …); umso leichter kann man sie recyceln und umso wertvoller sind die recycelten Stoffe. Verbundstoffe sind da ein großer Nachteil.

Neben der eigentlichen Kamera gilt es noch Folgendes zu prüfen: den Akku (wie hoch ist der Energieverbrauch, wie lange hält er), die Verpackung (meist ist sie überdimensioniert oder es wird nicht recyclierbares plastifiziertes Papier verwendet) und schließlich auch die Bedienungsanleitung (manche davon sind schwerer als die Kamera und umfassen über 20 Sprachen; je einfacher die Bedienung, desto kürzer kann die Bedienungsanleitung ausfallen).

Öko-Design-Untersuchung

Im Rahmen des aktuellen Digitalkamera-Tests wurde auch eine Öko-Design-Untersuchung vorgenommen. Dafür wurden von jenen 10 Markenherstellern, die auch dem Ethik-Test unterzogen wurden, jeweils 2 Modelle (für Einsteiger bzw. Fortgeschrittene) ausgewählt.

Ergebniss: bestenfalls durchschnittlich

13 der 20 Modelle wurden mit einem D (= schlecht) bewertet, der Rest mit C (= durchschnittlich). Am schlechtesten wurde die Verpackung beurteilt, nicht viel besser die Bedienungsanleitung. Die Zerlegbarkeit (dismantling) kann noch als gut bis akzeptabel bezeichnet werden. Nur durchschnittlich sind hingegen Reparaturfähigkeit und Recycling zu werten. Einzig die Lebensdauer des Akkus wurde durchwegs gut beurteilt.

Am besten wurde die Pentax Optio E80 bewertet. Sie ist die einzige Kamera, die in keinem Teilbereich schlechter als durchschnittlich abgeschlossen hat. Sie liefert den Beweis, dass auch billige Kameras (mittlerer Preis 95 €) umweltverträglich gestaltet werden können. Als Marke konnte Samsung brillieren (beide Modelle landeten im Spitzenfeld). Große Verlierer sind Nikon und Sony (beide Modelle am unteren Ende des Rankings).

Ethik-Test als Gesamtbewertung einer Marke

Natürlich kann man vom Öko-Design zweier Modelle nicht auf das Umwelt-Standing einer Marke schließen. Andere Modelle derselben Marke können auf ganz andere Werte kommen. Außerdem müssen auch die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt berücksichtigt werden. Daher wird auch unser Ethik-Testurteil nicht infrage gestellt – hier hat ja Nikon am besten abgeschnitten. Selbst wenn man die Öko-Design-Ergebnisse in das Ethik-Testurteil integrieren würde, bliebe die Reihenfolge unverändert: klarer Vorsprung für Nikon, Pentax als Schlusslicht.

 

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
2 Stimmen
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Kommentare

  • Sensorgrößen
    von hgoe am 20.10.2010 um 14:35
    Leider fehlen Angaben zur Sensorgröße in diesem Test. Ob brauchbare Aufnahmen bei wenig Licht gelingen, lässt sich meines Erachtens aus der Sensorgröße weit besser abschätzen, als aus irgendwelchen phantastischen ISO-Empfindlichkeitswerten.
  • AW: Digitalkameras/Hofer-Produkte
    von REDAKTION am 28.04.2010 um 09:04

    Hofer bietet Digitalkameras nicht durchgängig an - dieser Diskonter setzt vielmehr auf saisonale Schwerpunkte mit Aktionswaren. Wir bemühen uns, auch solche Produkte so schnell es geht zumindest einem "Schnäppchentest" zu unterziehen, viele solcher Produkte haben wir bereits getestet und darüber berichtet.

    Bei einem Vergleichstest jedoch sollte die Ware im Handel auch dann noch zu finden sein, wenn der Test veröffentlicht wurde. Das ist fast generell nur bei Markenware der Fall, die nicht als sporadische Aktionsware (und u.U. unter Eigenmarken-Bezeichnung)  bei einem Diskonter läuft. Oftmals werden über diese Vertriebsschiene Produkte vermarktet, die sonst nirgendwo im Handel zu finden sind.

    Man ist dann auch bei Reparaturen und Ersatzteilen an diesen Händler gebunden, d.h. auch von ihm abhängig, ob er über die gesetzliche Gewährleistung hinaus für Reparaturen und Ersatzteile (hier insbesonders z.B. spezielle Kamera-Akkus) sorgt.

    Ihr Konsument-Team

  • Digitalkameras
    von brigitte1948 am 26.02.2010 um 12:44
    Möglicherweise verfehle ich damit das Thema, ich möchte Ihnen aber mitteilen, dass ich nie die Geräte, die Firma Hofer vertreibt, in einem Test gesehen habe und dazu möchte ich sagen: Ich bin Mindestrentnerin und kann mir jetzt leisten, zu fotografieren, weil der Aufwand "nur", 2005, nach 5 Jahren Notstandshilfe und im Privatkonkurs, aber im Hinblick auf die Pensionszahlung, die im September (Jahrgang 1948) zu erwarten war mit € 139,00 relativ gering war und ich bis zum heutigen Tag diesen Kauf nicht bereue. Ich hab jetzt € 744,00 und könnte mir nicht leisten, Filme zu kaufen, diese ausarbeiten zu lassen und dann erst nicht zu wissen, ob ein Moment, den man mit der Kamera eingefangen hat, auch gelungen ist. Missstände, die es zuhauf in diverse Läden gibt - man regt sich schon gar nicht mehr auf, weils eh nichts bringt (alleine schon Papier, das in der Preiskalkulation bereits enthalten ist, mit der Ware zum jeweiligen Kilopreis kaufen zu müssen, und damit für Müll noch eine Sinnloszahlung zu leisten) aber das alles passiert mir bei Hofer einfach nicht. Preis und Qualität stimmen und Reklamationen werden problemlos behandelt und zwar im Sinne des Konsumenten. Mit freundlichem Gruß Brigitte Pechtrager
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