KONSUMENT.AT - Fotografieren: Farbaufnahmen - Reduktion: Weniger ist mehr

Fotografieren: Farbaufnahmen

Die Kraft der Farbe

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 26.09.2013

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Weniger ist mehr

Je mehr Gemüse Sie in eine Suppe schneiden, desto mehr gewinnt sie an Geschmack. Allerdings ist eine Aufnahme keine Gemüsesuppe. Hier gilt die umgekehrte Regel: Je bunter ein Bild, umso verwirrender. Das Auge des Betrachters weiß nicht, wohin es schauen soll. Es irrt über das Bild hinweg, ohne einen Anhaltspunkt zu finden. Alles scheint gleichwertig zu sein. Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, so gilt auch in der Farbfotografie die Regel: Weniger ist mehr. Die Konzentra­tion auf wenige Farben verhilft der Aufnahme üblicherweise zu einem klaren Ausdruck.

Mehr als bloß Schwarz-Weiß plus Farbe

In der Frühphase der Fotografie waren ausschließlich Bilder in Schwarz-Weiß möglich. Dann kam 1935 der erste Farbfilm auf, und mit der Farbe erhielt dieses Genre über Ton, Struktur und Form hinaus eine weitere Dimension, ein zusätzliches Gestaltungs­mittel. Dieses Gestaltungsmittel heißt es gezielt einzusetzen. Denn Farbfotografie ist eben mehr als Schwarz-Weiß-Fotografie plus Farbe.

Langweilig oder herzergreifend

Wie wirkt ein in der Mittagssonne aufgenommener Berg? Langweilig! Er mag in Wirklichkeit noch so erhaben, noch so mächtig sein, in dem hellen, schattenlosen Licht kommt davon in der Aufnahme wenig bis gar nichts herüber. Wie anders aber wirkt derselbe Berg am frühen Morgen aufgenommen, von der Morgensonne in warmes Licht getaucht. Plötzlich sind wir beeindruckt, von der Aufnahme angerührt.

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