KONSUMENT.AT - Fotografieren: Landschaften - Schlechtes Wetter ist reizvoll

Fotografieren: Landschaften

Das Beste rausholen

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KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 18.11.2011

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Schlechtes Wetter ist reizvoll

Wetterverhältnisse, die wir gemeinhin als schlecht bezeichnen, wie Regen, Schneefall oder Sturm, sind in der Regel gut für den ­Landschaftsfotografen. Die Aufnahme eines Wiesenstücks, das halb im Nebel versinkt und nur schemenhaft zu erkennen ist, erregt im Allgemeinen mehr Aufmerksamkeit als dieselbe Aufnahme an einem klaren Tag. Bewölkte und dunstige Tage eignen sich besonders für den Klassiker aller Landschaftsaufnahmen: den Sonnenuntergang. Denn Wolken und Dunst verhelfen dem ­Himmel zu mehr Farben und machen die Sonnenscheibe weicher. Umgekehrt gilt: Je klarer die Luft zwischen Kamera und Sonne, desto langweiliger, also weißer die Sonne.

Morgens, abends und abseits vom Weg

Wer nur dann zur Kamera greift, wenn ihn wärmende Sonne vor die Haustüre treibt, wer nur dann fotografiert, wenn ihm die ­Wanderung Zeit dazu lässt, wer aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Spontaneität stets von dort aus fotografiert, wo er sich ­zufälligerweise gerade befindet, der darf sich nicht wundern, wenn ihm keine besonderen Aufnahmen gelingen.

Hetzen Sie nicht von einem Aussichtspunkt zum nächsten, sondern nehmen Sie sich Zeit für Erkundungsgänge. Die dankbarsten ­Motive sind nicht immer die auffälligsten; Schönheit ist nicht immer vordergründig. Oft verbergen sich die wahren fotografischen Kostbarkeiten abseits der ­viel begangenen Straßen und Fußwege.

Interessant statt "schön“

Die imposante Gebirgswelt, die seltene ­Blume, der sich gelb verfärbende Herbstwald: Die Landschaftsfotografie bietet viele ­lohnende Motive. Dabei muss es sich nicht ­ausschließlich um solche handeln, die wir ­gemeinhin als „schön“ oder „nett“ oder „beeindruckend“ bezeichnen. Auch von Menschenhand verwüstete Landschaften ­eignen sich für Aufnahmen. Manche fassen den Begriff Landschaftsfotografie ohnehin weiter und zählen auch Industrie- oder Stadtlandschaften dazu.

Kein Landschaftsbild ­ohne Horizont, ohne die Begrenzung, die den erdgebundenen Teil der Landschaft vom ­Himmel trennt. Bei jeder Aufnahme stellt sich daher die Frage: Wie gewichte ich das Verhältnis von Landschaft und Himmel?

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