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Videoschnitt am Notebook

Frust für Freaks

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Konsument 9/2002 veröffentlicht: 26.08.2002, aktualisiert: 10.09.2002

Inhalt

Fraglich, ob es klappt

Man sieht: Es kommt ganz schön was zusammen. Problem dabei: Selbst der, dessen Notebook mit den oben angeführten Hardwaretrümmern aus- oder nachgerüstet ist, hat noch keine Garantie dafür, dass der Videoschnitt damit auch klappt. Denn wie bei keiner anderen Computeranwendung müssen hier alle Komponenten nahtlos und absolut fehlerfrei zusammenarbeiten. Die „Videokette“ ist also nur so stark wie ihr schwächstes Glied – und das kann eben jede der involvierten Komponenten sein, was man aber erst in der Anwendungspraxis merkt. Das Sichten von Produktbeschreibungen, Datenblättern und Kompatibilitätslisten allein hilft hier leider gar nichts, weshalb es auch keine Empfehlungen für „die besten“ Produkte geben kann; was mit dem einen Notebook gut zusammenspielt, kann beim anderen überhaupt nicht klappen.

Nur Echttest bringt Klarheit

Daraus ergibt sich: Die benötigten Zusatzausstattungen des Notebooks sind keine Mitnahmeartikel im PC-Markt. Wann immer möglich, sollten Sie deshalb einen auf PC-Videoschnitt spezialisierten Fachhändler aufsuchen (leider sehr dünn gesät) und dort darauf bestehen, dass auch ein Echttest durchgeführt wird: vom Import des Rohmaterials – von Ihrem eigenen DV-Camcorder(!) – über Schnitt, Titeleinblendung und Übergangseffekte bis hin zur Nachvertonung und abschließenden Ausgabe des Bearbeitungsergebnisses auf CD- oder DVD-Brenner und auf das Band Ihres(!) DV-Camcorders. Und das nicht nur mit einer 60-Sekunden-Videosequenz, sondern mit einem mindestens zehnminütigen Video, da Systemüberforderungen häufig erst bei längeren Sequenzen zu Tage treten. Der Händler mag mit diesem Ansinnen keine Freude haben – es ist aber die einzige Möglichkeit für Sie, unnötige Ausgaben und Nerven zu sparen. Denn die werden Sie vor allem beim Videoschnitt „unterwegs“ ohnehin brauchen.

Kurze Freuden

Schließlich sind alle Zusatzgeräte enorme Stromfresser, auch die Rechenleistung des Notebooks wird beim Schnitt voll ausgereizt. Und das bedeutet, dass beim netzunabhängigen Arbeiten der Notebook-Akku ohnehin schnell leer ist. Die Bearbeitung unterwegs gehört also eher in die Abteilung der Werbegags denn
der ernsthaften PC-Anwendungen. Berücksichtigt man weiters die hohen Anschaffungskosten für Notebooks plus das reichlich benötigte Zubehör, so ist, wer keine anderen, zwingenden Gründe für die Anschaffung eines portablen Gerätes hat, für seine Videoambitionen mit einem Desktop-PC wohl besser bedient: Der ist billiger, meist leistungsstärker und einfacher für den Videoschnitt zu konfigurieren, als dies bei Notebooks der Fall ist.

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