KONSUMENT.AT - Datenschutz: Adresshandel - Herold: 7500 Adressen um 1850€

Datenschutz: Adresshandel

Für eine Handvoll Cent

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016

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Herold verkauft Privat­daten

Zunächst richteten wir unsere Anfrage an die Firma Herold. Sie hat vor zwei Jahren mit der Übernahme von Teilen der Schober AG ihr Geschäftsfeld auf dem Gebiet stark erweitert und bietet seitdem nicht mehr nur den Kauf von Unternehmens-, sondern auch von Privat­daten an. Das Ergebnis: Herold arbeitet sauber. Das Unternehmen bot uns 7.500 ­passende Adressen zum Preis von 1.835 Euro netto an, jedoch nur im rechtlich erlaubten Lieferumfang, sprich: Anrede, Titel, ­Name, Postadresse und DVR-Nummer (eine siebenstellige Registrier-Nummer, die vom Datenverarbeitungsregister – DVR – ver­geben wird) werden weitergegeben.

Stand-Alone-Mailing: Spam

Alle weiteren Merkmale, heißt es in dem Schreiben von Herold, dürfe man nicht übermitteln, sie seien aber in der Selektion berücksichtigt. Auch die Herausgabe von privaten E-Mail-Adressen ist rechtlich nicht erlaubt. Dafür bot die Firma aber an, an die gewünschte Per­sonengruppe Werbe-Mails zu unserem An­sinnen zu verschicken. Die in der modernen Fachsprache als Stand-Alone-Mailing bezeichnete Werbeform, umgangssprachlich auch Spam genannt, ist für Herold ein wei­teres Geschäftsfeld, wo gutes Geld gemacht werden kann.

Adressen nur einmal nutzen

In einem Absatz informierte uns das Unternehmen zudem, dass es sich beim eventuellen Deal um eine Adressmiete handle. Man sei zur einmaligen Nutzung der Adressen berechtigt, dürfe diese aber weder speichern, verändern, noch an Dritte weitergeben. Eine Klausel, mit der sich Herold ­dagegen absichern möchte, eventuell datenschutzrechtlich belangt zu werden.

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Kommentare

  • Nachsatz..........
    von Hueher am 03.02.2016 um 14:51
    Eigentlich müßte die POST nicht nur das Briefgeheimnis schützen, nein, sondern auch die Daten der Postkunden. Auch die Post und Telekom mutiert zum Datenkraken, warum, aus GELDGIER, weil beim eigentlich illegalen Verkauf meiner Daten Geld gemacht wird. Auch ich bekam von dieser besch... Partei der Neos eine ungewollte SMS, wählen tue ich diese Diletanten sowieso nicht!!!
  • Ich kann nur warnen vor sogg. Preisausschreiben !
    von Hueher am 03.02.2016 um 14:46
    Ich mache bei keinem Preisausschreiben mit, weder im Internet, noch mit Postkarte oder Telefon(SMS), denn das ufert zu einer riesigen Datensammelwut aus, die ich niemehr beherrschen kann. Ich hatte in der Anfangszeit des Internets noch unbedarft mitgemacht, der "Erfolg" war, es kamen jede Menge Mails zurück von hunderten Versendern! Meine Reaktion war, Mailzugang stopen und neue Mailadresse nehmen............ Ein kleines Beispiel: irgendwann in den 90er Jahren wollte ich etwas über "trockene Augen" in Erfahrung bringen, beim "Netdoktor", da dies damals noch nicht so bekannt gewesen ist, bei meinem Arzt. So weit so gut, damals........ Jahre später, muß so ca. 2009 gewesen sein, suchte ich eigentlich nichts besonderes bei "Google", lediglich meinen Namen! Ich bekam fast einen Herzschlag, stand unter Anderem auch das ich mit eben dieser Anfrage "trockene Augen" beim "Netdoktor" war!!! Nun gut, die Frage nach trockenen Augen ist nicht so problematisch, aber was wäre gewesen, hätte ich intimere Fragen gestellt ( HIV,Sexualität, besondere Krankheiten usw..) kaum weiter auszudenken....... Fazit: es war mir eine große Lehre, NICHTS über das Internet zu erfragen oder recherchieren und dies sollte auch alle Anderen Verbrauchern bewußt sein!? Google-Facebook&Co sieht und hört alles.......