Datenschutz: Mjam und die Telefonkeiler

Essen mit Folgen

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KONSUMENT 5/2015 veröffentlicht: 23.04.2015, aktualisiert: 28.05.2015

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Daten öffentlich zugänglich

Im Dezember 2014 sah sich Mjam schließlich dazu veranlasst, auf den Vorwurf, dass es ein Datenleck im Unternehmen gegeben habe, zu reagieren. Am 16.12.2014 veröffentlichte Mjam in seinem Blog:

Kein Datenleck bei Mjam

„Wir wissen von einigen Kunden, deren ­Kundendaten in die Hände einer Firma für ­Telefonwerbung gelangt sind. Als wir davon erfahren haben, wurde sofort Sec Consult GmbH eingeschaltet, eine international renommierte Security-Firma. Die Analyse hat ergeben, dass es bei Mjam kein Datenleck gibt.“ Den Betroffenen versprach das Unternehmen, in alle Richtungen zu ermitteln (blog.mjam.net/2014/12/16/klarstellung).

Daten von Pizzaportal.at-Kunden-Adressen

Währenddessen forschten einige Betroffene auf eigene Faust im Internet – und machten dabei einen interessanten Fund. Auf der ­Seite Github.com, einem Hosting-Dienst für Software-Entwicklungsprojekte, war eine fünfstellige Zahl an Datensätzen von Mjam-Kunden öffentlich zugänglich. Mittlerweile wurden sie entfernt, jedoch dürften sie dort über ein Jahr gelegen sein. Doch es handelte sich bei diesen Daten nicht um jene, die von den Telefonbetrügern verwendet wurden, sondern um ältere E-Mail-Adressen, laut Mjam ohne Namensbezug, die von pizzaportal.at-Kunden stammten. Diese Webseite hat Mjam vor fünf Jahren übernommen.

Datenlecks nicht kommuniziert

Sowohl der Datenfund auf Github als auch der Umstand, dass neuere Kundendaten des Unternehmens in falsche Hände geraten sind, zeigt: So sicher, wie Mjam das in seinen AGB erklärt („ein hohes Datenschutzniveau ist uns ein Anliegen“), sind die Daten nicht – und dies lässt sich wohl auf andere Anbieter übertragen. Außerdem legt der Fall ein weiteres Manko offen – nämlich, dass potenziell gefährdete Kunden von Unternehmen, die von einem Datenleck betroffen sind, nicht zwingend informiert werden müssen.

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