Datenschutz: Zalando

Kein Grund zum Schreien

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KONSUMENT 6/2015 veröffentlicht: 28.05.2015

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Facebook & Co mitlesen lassen

Ein wichtiger Datenschutzaspekt hat mit den sogenannten Social-Plug-ins zu tun. Dabei bauen Webseiten aller Art – seien es Onlinehändler, Onlinemedien oder der Internet­auftritt eines Fußballvereins – „Gefällt mir“-Buttons oder andere Verbindungen zu ­Social-Media-Seiten ein. Was viele nicht ­wissen: Besucht ein User eine Seite, auf der ein blaues Kästchen mit dem Daumen-hoch-Zeichen zu sehen ist, dann erhält Facebook die Information, dass er ebendort surft – auch wenn er zu dem Zeitpunkt nicht im sozialen Netzwerk angemeldet ist (er muss sich nur irgendwann einmal registriert haben). Damit können diese Firmen umfangreiche Surfprofile ihrer Nutzer erstellen.

Social-Media-Plug-ins: Zwei-Klick-Lösung

Eine datenschutzfreundlichere Variante in der Social-Plug-in-Welt ist die 2-Klick-Lösung, die auch bei Zalando zum Einsatz kommt. Dabei sind die eingebetteten Buttons von Facebook, Twitter & Co zunächst einmal deaktiviert. Erst wenn der Nutzer sie mit ­einem Klick aktiviert, stimmt er der Kom­munikation mit den Netzwerken zu und die Verbindung wird hergestellt. Mit einem zweiten Klick schließlich werden der Gefällt-mir-Button oder andere Möglich­keiten zum Teilen aktiviert.

Amazon nimmt’s weniger genau

Weniger konkret lesen sich demgegenüber die Datenschutzbestimmungen von Amazon. Im Abschnitt darüber, welche Informationen der Händler sammelt, wird angegeben, dass gelegentlich auch Informationen über den Kunden aus anderen Quellen genutzt werden, etwa von Versandhändlern oder Kreditauskunfteien. Anders als bei Zalando wird nicht näher darauf eingegangen, welche Firmen genau hier Bonitätsauskünfte erteilen. Außerdem erklärt Amazon, dass es die eindeutig dem Endgerät des Kunden ­zuordenbare Kennnummer speichert, ergo die IP-Adresse. Nicht angegeben wird indes, dass diese Nummer nach Beendigung der Nutzung wieder gelöscht wird – was bedeutet, dass Amazon sich theoretisch jedes ­Gerät merkt, mit dem sich der User einmal eingeloggt hat.

Wem gibt Amazon Kundendaten?

Zu vage sind auch jene Passagen formuliert, in denen Amazon erklärt, wem es die Kunden­daten weitergibt. Von „verbundenen Unter­nehmen“ und deren Tochtergesellschaften ist die Rede; ebenso von „unseren Partnerunternehmen“ – Unternehmen, die auf die Vorbeugung und Minimierung von Missbrauch und Kreditkartenbetrug spe­zialisiert sind. "Da der Kunde nicht erfährt, welche Unternehmen konkret gemeint sind, entspricht die Klausel nicht dem Trans­parenzgebot bei Zustimmungsklauseln und der Judikatur des österreichischen Obersten Gerichtshofes“, gibt Rainer Knyrim zu be­denken.

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