Datenträger: begrenzt unendlich

Kommentar von Gernot Schönfeldinger

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KONSUMENT 3/2018 veröffentlicht: 21.02.2018

Inhalt

Wir müssen lernen, mit Datenverlusten zu leben.

Gernot Schönfeldinger über Computer, Smartphones und Software (Foto: VKI)

"Früher war auch die Zukunft besser“, sprach Karl Valentin. "Und einst dauerte auch die Ewigkeit länger“, sage ich.

Videobänder digitalisieren

In der Februar-Ausgabe von KONSUMENT priesen wir die Digitalisierung als Rettung für alte Videobänder an. Allerdings werden die damit beseitigten Probleme durch andere abgelöst, nämlich durch die realen Probleme der virtuellen Welt. Wo soll ich meine Dateien aufbewahren, in welchem Format sie abspeichern? Wie vor Verlust durch Festplattencrash, Virusbefall, Materialermüdung sichern? Und werden auch in 20 Jahren Möglichkeiten existieren, sie wiederzugeben?

Ein weiser Kollege meinte einmal: "Wir müssen lernen, mit Datenverlusten zu leben." Recht hatte er. Nichts von Menschen Geschaffenes ist für die Ewigkeit. Auch antike Schätze zerfallen – nur dauert es materialbedingt länger als heute. Realistisch gedacht kann unser Ziel nur sein, das Unvermeidliche hinauszuzögern.

Dauerhafte Datenträger

Die Industrie arbeitet an Datenträgern, von denen manche angeblich bis zu 1.000 Jahre halten sollen. Ein Glück, wenn’s so wäre, denn falls uns lediglich unsere Müllhalden überdauern, könnte das bei späteren Generationen ein noch schlechteres Licht auf uns werfen. Dieses und viele weitere Themen finden Sie in unserem VKI-Blog unter www.blog.vki.at/categories/technikspielplatz

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Kommentare

  • Na da bin ich aber beruhigt
    von ling am 27.02.2018 um 07:22
    Datenträger mit einer Haltbarkeit von 1000 Jahren benötigen wir nicht, denn bis dahin - vorausgesetzt wir verhalten uns so wie bisher (nur Lippenbekenntnisse abgeben, aber "weiterwurschteln") - wird es wohl niemanden mehr geben, der diese wird lesen können, weil sich die Menschheit selbst eliminiert hat. Ich denke hinsichtlich der Haltbarkeit an die Einführung der CD und später an die beschreibbaren Rohlinge. Wurde uns da nicht auch eine Haltbarkeit von mindestens 100 Jahren angekündigt? Nun, ich war vom ersten Tag an dabei. Wiederbeschreibbare Rohlinge halten tatsächlich noch und sind problemlos lesbar, doch die einfach beschreibbaren Medien machten schon nach gut 10 Jahren Probleme. Entweder war es mechanischer Natur (abblättern des Lacks) oder es traten trotz intakten Datenträgers Lesefehler bis hin zur Nichterkennbarkeit durch das Laufwerk (und ich habe etliche davon) auf. Dabei waren es keine "billigen" Medien wie bspw "Princo" (zur dieser Zeit war nichts billig), sondern Markenprodukte mit einem Stückpreis zwischen 50 und 200 Schilling. Seltsamerweise hat es ein Datenträger bis ins heutige Zeitalter ohne gröbere Modifikationen geschafft: Das gute alte Datensicherungsband. Es ist zwar langsam, empfindlich, auf dem ersten Blick unzuverlässig, doch auch nach Jahrzehnten sehr beliebt. Mittlerweile finden sich auch Privatanwender, die fernab von CD/DVD/BD & Co dem Sicherungsband ihr Vertrauen schenken.
Bild: VKI