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Druckertinten und -toner

"Dritt"brettfahrer punkten

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KONSUMENT 10/2012 veröffentlicht: 27.09.2012, aktualisiert: 28.11.2012

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Sparen beim Drucken: vor dem Kauf

Die folgenden Tipps zum Sparen von Verbrauchsmaterial sind für alle Formen der Anwendung geeignet. Erfahrenen Anwendern mögen manche einfach erscheinen. Für andere sind sie vielleicht gerade deshalb eine Hilfe, denn ans Naheliegende denkt man oft zuletzt.

Tipp 1 - Tests: Orientieren Sie sich diesbezüglich an den Ergebnissen unserer Drucker- und Multifunktionsgeräte-Tests in der Spalte „Kosten pro Seite“. Entscheiden Sie dabei, ob Sie auf Original-Nachfüllungen bestehen wollen oder ob auch Produkte von Drittanbietern für Sie infrage kommen.
Tipp 2 - Druckkostenvergleich: Googeln Sie nach "Druckkostenvergleich". Eine diesbezüglich hilfreiche Seite ist zum Beispiel www.druckkosten.de, wo Sie Anhaltspunkte für die tatsächlich zu erwartenden Gesamtkosten des von Ihnen ins Auge gefassten Geräts erhalten.
Tipp 3 - im Detail prüfen: Die alte Regel "Laser sind teuer in der Anschaffung, aber billig im Betrieb“ bzw. umgekehrt für Tintengeräte gilt so nicht mehr. Es gibt mittlerweile billige Laser mit hohen Druckkosten und teurere Tintenstrahler mit geringeren Druckkosten.
Tipp 4 - separaten Patronen : Falls Ihre Entscheidung auf einen Tintenstrahler fällt: Erstehen Sie nur einen mit separaten Patronen für die Farbe Schwarz sowie jeweils getrennten Farbpatronen für Magenta (Rot), Yellow (Gelb) und Cyan (Blau), also wenigstens 4 einzelne Patronen. Andernfalls muss der gesamte Tank erneuert werden, sobald auch nur eine Farbe verbraucht ist.
Tipp 5 - überlegen: Kaufen Sie nicht spontan. Drucker in Hochglanzprospekten oder Zeitungsinseraten der diversen Märkte müssen keineswegs billiger sein als Geräte im Fachhandel oder aus dem Internet, nur weil "Aktion“, "statt“ oder ein ohnehin nicht wirklich nachvollziehbarer Vergleich zur "Unverbindlichen Preisempfehlung“ des Herstellers daneben steht.
Im Gegenteil: Die mit einem Aufwand von oft vielen Zehntausend Euro beworbenen Produkte müssen ja die enormen Werbeaufwendungen anteilsmäßig wieder einspielen, können also sogar teurer sein als im regulären Angebot desselben Händlers vor seiner "Aktion" und erst recht gegenüber dem Preis anderer Händler, die auf diesen Werbeaufwand verzichten.
Tipp 6 - Oldies: Schauen Sie auf die "vorletzte Generation“ der Drucker, nicht auf den "neuesten Schrei“. Der leistet oft nur unbedeutend mehr als sein Vorgänger, ist dafür aber erheblich teurer. Der Fachbegriff für diese Vermarktungsstrategie lautet „psychische Obsoleszenz": Das ältere Produkt wird indirekt „alt geredet“, ist nicht mehr „in“, weil es halt ein neueres gibt. Umgangssprachlich nennt man den für das Allerneueste zu viel bezahlten Betrag übrigens schlicht "Idiotensteuer“, weil dessen Preis ohnehin fällt, sobald die Entwicklungs- und Markteinführungskosten (Werbung) hereingespielt sind und das nächste Gerät auf den Markt geworfen wird.

Wie viel kostet ein Ausdruck mit Nachfüllpatronen und -kartuschen?

Die Unterschiede können hier – abhängig von der Art der zu druckenden Dateien und natürlich vom Druckvolumen – schnell einmal ein paar Hundert Euro ausmachen. Bei Nichtbeachtung dieses Punktes wird das vermeintliche Hardware-Schnäppchen schnell zur Kostenfalle. Ein Hunderter mehr bei der Geräteanschaffung kann hingegen – unterm Strich und auf die Zeit gerechnet – zu einem Vielfachen an Einsparungen führen.
Die Kostenangaben der Hersteller sind diesbezüglich leider zu Vergleichszwecken nicht brauchbar, da „Seite“ nicht gleich „Seite“ ist. Es bleibt aber dem Hersteller überlassen, was dieser unter „einer Seite“ versteht, welche „Norm“ er anwendet. Naturgemäß versucht jeder Hersteller ,hier möglichst hohe Angaben machen zu können. Lexmark ging sogar so weit, diese Angaben durch Ausdrucke in der schlechtestmöglichen „Entwurf“-Druckqualität zu schönen (siehe unten).

Wie sieht ihr Druckverhalten aus?

  • regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, aber in überschaubarem Umfang -> Tintenstrahler (bei langen Intervallen zwischen den Ausdrucken leichte Gefahr des Eintrocknens der Tinte)
  • unregelmäßig in unterschiedlichem, fallweise großem Umfang -> Laserdrucker erwägen

Was drucken Sie in erster Linie?

  • selbst erstellte Textdokumente, E-Mails, Webseiten ausschließlich in Schwarz-Weiß -> monochromer Laserdrucker (kein Farbdruck möglich)
  • zusätzlich Grafiken (Balken- und Tortendiagramme etc.) in bescheidenem Umfang -> Tintenstrahler
  • Grafiken in großer Stückzahl -> Farblaser
  • Fotos mit hohem Qualitätsanspruch -> Tintenstrahler mit Spezialpapier
  • Fotos mit durchschnittlichem Qualitätsanspruch -> Farblaser

Tipp: Beide Druckertypen eignen sich nur für den sporadischen Fotoausdruck, etwa „wenn es schnell gehen muss“. Sosnt empfehlen wir den Ausdruck im Labor – dieser ist qualitativ höherwertig, mit großer Wahrscheinlichkeit länger haltbar und meist auch billiger.
Sonderprodukte in Farbe wie Flyer, Prospekte, sonstiges Werbematerial -> Farblaser oder Druckerei

Warum drucken Sie überhaupt?

  • weil Sie nicht gerne am Bildschirm lesen -> bei geringem Aufkommen: Tintenstrahler, sonst Monochrom-Laserdrucker
  • weil Sie die Texte mit Anmerkungen versehen, mit Marker bearbeiten oder archivieren wollen -> eher Laserdrucker

Was muss Ihr Drucker können?

  • Die Verpackungen sind mittlerweile übersät mit Pickerln, die Features anpreisen, welche die Geräte beherrschen – für jedes einzelne bezahlen sie mit, auch wenn Sie es gar nicht benötigen.
  • Benötigen Sie eine drahtlose Verbindung (WLAN) zwischen PC und Drucker (weil mehrere Computer darauf zugreifen sollen) oder langt auch jene via USB-Kabel?
  • Müssen Sie Fotos direkt von der Speicherkarte ausdrucken und diese zuvor auf dem Farbdisplay des Druckers auswählen und begutachten können oder drucken Sie ohnehin vom PC aus?
  • Wollen Sie CDs und DVDs direkt bedrucken?
  • Brauchen Sie ein Gerät, das mit dem Internet kommunizieren kann (Google CloudPrint, eigene E-Mail-Adresse, Apps, Airprint)?
  • Planen Sie, beidseitig zu drucken, dann sollte möglichst eine automatische Duplexfunktion integriert sein.

Ausschalten

Achten Sie darauf, dass das Gerät einen "Aus“-Schalter hat. Das ist leider nicht selbstverständlich. Hat es keinen, hilft eine schaltbare Steckerleiste.

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Kommentare

  • Weniger drucken mit Original-Tonern!
    von Mounty am 28.09.2012 um 18:16
    Bei Original-Tonern ist oft ein Zählmechanismus eingebaut, welcher den Toner ab einer gewissen Seitenanzahl abschaltet, obwohl dieser noch nicht ganz leer ist