KONSUMENT.AT - Fake News: Den Fakten auf der Spur - Wahr oder falsch?

Fake News: Den Fakten auf der Spur

Kommentar von Redakteur G. Schönfeldinger

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KONSUMENT 10/2021 veröffentlicht: 23.09.2021

Inhalt

Der Begriff Fake News dürfte mittlerweile selbst jenen geläufig sein, die mit dem Internet nichts am Hut haben. Zwar begegnet man potenziellen Falschmeldungen nicht nur online, doch sind sie dort besonders weit verbreitet, weil schnell und einfach in Umlauf zu bringen.

Wobei die Bandbreite groß ist und sich zwischen gezielter Falschdarstellung, (bewussten oder unbewussten) Tatsachenverdrehungen, Gerüchten und Satire bewegt. Was nun tatsächlich wahr oder falsch ist, lässt sich auf den ersten Blick kaum sagen, doch gibt es für den Zweifelsfall Möglichkeiten, den Behauptungen nachzugehen.

Professionell

Am einfachsten ist es, die Recherchearbeit anderen zu überlassen und nachzuschauen, ob sich professionelle Faktenchecker schon mit dem Thema befasst haben. Heimische Adressen sind beispielsweise der Verein Mimikama (www.mimikama.at) und im medizinischen Bereich Coch­rane Österreich (www.medizin-transparent.at). Weitere Faktencheck-Seiten werden von deutschen TV- und Rundfunkanstalten betrieben, etwa www.br.de/nachrichten (Klick auf den Menüpunkt „Faktenfuchs“), www.tagesschau.de/faktenfinder oder www.swr3.de/aktuell/fake-news-check; ebenso vom deutschen Ableger der französischen Nachrichtenagentur AFP (https://faktencheck.afp.com). Ein gemeinnütziges, gleichfalls deutsches Recherchezentrum ist Correctiv (https://correctiv.org/faktencheck).

Eine der traditionsreichsten Websites zum Thema Falschmeldungen ist der Hoax-Info-Service der TU Berlin ­(https://hoax-info.tubit.tu-­berlin.de/hoax). Die Website ist bereits seit 2004 online, was man ihr auch ansieht. Nichtsdestotrotz sind die Informationen ­aktuell und seriös.

Suchmaschinen

Wie so oft im Internet sind Suchmaschinen wie Google, Bing, DuckDuckGo etc. ein wichtiges Hilfsmittel – etwa, um festzustellen, wer eine ­bestimmte Meldung ebenfalls geteilt oder eine konkrete Aussage getätigt hat. Auch das angezeigte Datum kann in diesem ­Zusammenhang interessante Informationen liefern. Um ein wörtliches Zitat zu suchen, setzt man davor und danach Anführungs­zeichen. Jede Suchmaschine bietet außerdem im Menü auf der Startseite bzw. in den Einstellungen diverse Filterfunktionen wie Datum, Sprache, Region oder die Suche nach Bildern oder Videos. Gleichfalls eine integrierte Filterfunktion hat Facebook. Gibt man ins Suchfeld einen Begriff ein, werden einem nicht nur die Treffer angezeigt, sondern auch eine ganze Reihe von hilfreichen Einschränkungsmöglichkeiten, um zu genaueren Ergebnissen zu kommen.

Umgekehrte Bildersuche

Eine spannende Möglichkeit des Internets ist die ­sogenannte umgekehrte Bildersuche, im Englischen Reverse Image Search genannt. Dabei geht es auch, aber nicht vorrangig um das Erkennen allfälliger Bildbearbeitungen. Noch häufiger werden nämlich echte Fotos einfach in einen völlig neuen Zusammenhang gestellt, um als Beleg für die auf­gestellten Behauptungen zu dienen.

Bei der umgekehrten Bildersuche geht es darum, herauszufinden, wann und in welchem Kontext ein bestimmtes Bild zum ersten Mal ins Internet hochgeladen wurde. Oft sind solche Fotos nämlich älter, als in dem aktuellen Beitrag behauptet wird. Empfehlenswert für die umgekehrte Bildersuche sind z.B. Google (https://images.google.de), Bing (https://bing.com), TinEye (https://tineye.com) sowie – speziell für Fotos aus Osteuropa – Yandex (https://yandex.com/images).

In allen Fällen gibt man (­direkt ins Suchfeld oder nach Klick auf das Kamerasymbol) entweder die Internetadresse (URL) des Bildes ein oder man lädt das Bild selbst hoch, nachdem man es zuerst auf dem eigenen Com­puter abgespeichert hat (Rechtsklick, „Grafik speichern unter“). Bing und Yandex ermöglichen mit den Funktionen „Thematische Suche“ bzw. „Select Crop Area“ das Weitersuchen mit individuell festgelegten Bild­ausschnitten.

Kartendienste

Google Maps (www.google.at/maps) und andere Kartendienste haben die Welt vermessen, was den Vorteil bietet, dass man virtuell an viele Punkte der Erdkugel reisen kann; Satellitenaufnahmen, Fotos und Straßenansichten (Street View) oft inklusive. Natürlich sind die Aufnahmen nicht immer auf dem letzten Stand.

Trotzdem ermöglichen sie es, sich einen Eindruck von der Situation vor Ort zu machen und eventuellen Bildmanipulationen auf die Spur zu kommen. Auf Wikimapia (https://wikimapia.org) kann man nach Kategorien suchen und sich z.B. alle Parks, Universi­täten oder Spitäler einer Stadt auf der Karte anzeigen lassen. Zum Teil sind auch hier ­Fotos dieser Plätze und Objekte dabei.

Archiviert

Das Internet vergisst nichts, liest man oft. Das stimmt im Großen und Ganzen. Allerdings ist es nicht immer so einfach, Veröffentlichtes wiederzufinden, falls es einmal vom Netz genommen wurde. Speziell für Websites und Blogs gibt es Dienste, die nichts anderes tun, als in regelmäßigen Abständen den Ist-Zustand des Internets abzubilden. So sind im Lauf der Zeit Archive entstanden, die zwar nicht vollständig und lückenlos sind, aber doch beein­druckend umfangreich.

Im Internet Archive kann man mit der "Wayback Machine" genannten Suchfunktion Websites suchen und chronologisch zurückverfolgen (https://web.archive.org). Eine ähnliche Adresse ist Archive Today (https://archive.is). Hier hat man zusätzlich zur Suche die Möglichkeit, eigenhändig Website-URLs einzugeben und so den aktuellen Zustand zu dokumentieren. So hat z.B. konsument.at im Jahr 2000 ausgesehen.


Gernot Schönfeldinger (Bild: Alice Thörisch/VKI)
Gernot Schönfeldinger l Redakteur l gschoenfeldinger@konsument.at

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