Frage der Haltung

Kommentar von Gernot Schönfeldinger

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KONSUMENT 1/2019 veröffentlicht: 22.11.2018, aktualisiert: 22.03.2018

Inhalt

Im digitalen Zeitalter wird es schwieriger zwischen Wahrheit und Lüge, Fälschung und Original zu unterscheiden. Wer kritisch bleiben möchte, darf nicht einmal mehr seinen eigenen Augen und Ohren uneingeschränkt trauen.

Gernot Schönfeldinger über Computer, Smartphones und Software (Foto: VKI)

„Das glaube ich erst, wenn ich es sehe“, ist eine Einstellung, die tief in uns verwurzelt ist. Zugleich ist sie eine unserer Schwachstellen, die seit jeher schamlos ausgenutzt wurde. Gefälschte Urkunden, Kunstwerke oder Fotos ziehen sich durch die Geschichte. Ihre reine Existenz galt, manchmal über Jahrhunderte hinweg, als Beweis für ihre Echtheit. 

Manipulation für wenig Geld

Heutzutage ist für wenig Geld Software erhältlich, mit deren Hilfe man den Kopf einer Person täuschend echt auf einen fremden Körper transferieren kann. Ebenso lassen sich Tonaufzeichnungen manipulieren. So finden sich etwa Politiker in Videos in einem Umfeld wieder, in dem sie sich nie aufgehalten haben, oder sprechen Worte, die sie so nie gesagt haben. 

Den eigenen Augen und Ohren misstrauen...

Faktum ist: Wer kritisch bleiben möchte, darf nicht einmal mehr seinen eigenen Augen und Ohren uneingeschränkt trauen. Eine unbequeme Haltung in Zeiten von Fake News und „Filterblasen“, in denen man laufend nur die eigene Meinung bestätigt bekommt.

Aber vielleicht eine Haltung, die eines Tages wieder in Mode kommt, selbst wenn man im Moment ausrufen möchte: „Das glaube ich erst, wenn ich es erlebe!“. Schließlich sind in der Vergangenheit schon ganz andere Blasen geplatzt. 

Dieses und viele weitere Themen finden Sie auch in meinem Technik-Blog unter: www.blog.vki.at/categories/technikspielplatz

 

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