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Handys: Wenn Senioren testen

Firmen konzentrieren sich auf Junge

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Konsument 7/2005 veröffentlicht: 15.06.2005

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Eine Testerin gab auf

Ähnlich das Ergebnis unseres Tests: Innerhalb von neun Tagen haben neun Testpersonen mit einem Altersquerschnitt von 60 bis 70 Jahren erkundet, wie gut sie mit Mobiltelefonen zurechtkommen. Geprüft wurden normales Nummern-Anwählen, Wählen über Telefonbuch, Telefonbuch einrichten, Meldungen abhören, Meldungen löschen, Kurzwahl einrichten und anwählen sowie die Brauchbarkeit der Ausstattung. Ursprünglich war als zehnte Teilnehmerin eine 77-jährige Frau mit dabei, doch warf diese nach dem zweiten Gerät das Handtuch. Wie zwei weitere Teilnehmer, die indes die Grundfunktionen relativ mühelos lernten (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis - "Geduld muss man haben"), hatte sie keinerlei Handy-Erfahrung mitgebracht. Ihre frühzeitige Resignation mag wohl auch veranschaulichen, wie gut (bzw. schlecht) Handys den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Altersgruppe 75+ entgegenkommen.

Es wurden keine speziellen Senioren-Handys getestet

Betont werden muss an dieser Stelle, dass es eben kein Test von Senioren-Handys war, die man auch unter Bezeichnungen wie „Drei-Tasten-Handys“ kennt, sondern von ganz normalen, von den Anbietern als seniorentauglich (oder „noch am ehesten seniorentauglich“) eingestuften Marktmodellen. Wo einer der sechs Hersteller sich nicht selbst zu einer Auswahl aufraffen konnte oder wollte, wie es bei Samsung der Fall war, trafen wir sie (bestimmt nicht zu Samsungs Schaden, wie das Testergebnis zeigt).

Keine Erklärung

Als herausragend seniorentauglich hat sich keines der neun Geräte profiliert. Es wurde aber auch keines schlechter als durchschnittlich bewertet. In erster Linie liegt es daran, dass das, was immer noch als Hauptaufgabe eines Handys gesehen wird – nämlich das Telefonieren –, bei allen tadellos funktioniert.

Bedienungsanleitungen nicht leicht zu lesen

An anderer Stelle jedoch tun sich Abgründe auf. Das trifft vor allem auf die Bedienungsanleitungen zu. Abgesehen davon, dass sie sich vieler, nicht näher erklärter englischer Wörter bedienen – ScreenSaver, Wallpaper, Browser, Softkey, Headset u.v.a. –, unterschlagen sie gerne die Notwendigkeit, einen Schritt oder eine Programmierung durch Drücken der O.K.-Taste zu bestätigen. Handy-Profis ist dieser Routineakt in Fleisch und Blut übergegangen – keineswegs aber kann er bei weniger Geübten wie eben Senioren als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Als häufiges Ärgernis erwiesen sich Diskrepanzen zwischen Handbuch und dem Display eines Geräts. Für dieselben Funktionen werden verschiedene Ausdrücke gebraucht – hier Kurzwahl, dort Schnellwahl, hier Terminplaner, dort Organizer etc. Überdies ist nicht einzusehen, warum oft eine Schrift verwendet wird, die den Griff zur Lupe zumindest eine Überlegung wert macht. Es ist somit kein Wunder, dass sich in unserem Test einige Personen leichter taten, direkt den Anweisungen auf den Geräten zu folgen als in den Bedienungsanleitungen nachzusehen. Zumal diese ihr Augenmerk bisweilen eher trickreichen und technisch zweifelsohne beeindruckenden multimedialen Zusatzfunktionen zu widmen scheinen als dem, was Senioren in aller Regel als wesentlich definieren: Sie wollen telefonieren.

Bewertung

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