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Kfz-Versicherung: Unsolidarisch

Kommentar von Markus Stingl

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KONSUMENT 9/2018 veröffentlicht: 30.08.2018

Inhalt

Leserreaktionen

Solidargemeinschaft?

Ich teile die Meinung von Herrn Stingl, dass „die Datensammlerei dem Gedanken der Solidargemeinschaft widerspricht“. Ich gehe jedoch noch weiter, indem ich behaupte, dass die Versicherer das Solidaritätsprinzip sowieso gar nicht mehr befolgen, sondern rein gewinnorientierte Unternehmen geworden sind.

Da mein Vater Versicherungsvertreter war, bin ich seit meiner Kindheit (ich bin jetzt 60) mit dem Thema Versicherung konfrontiert gewesen, und auch an meinem Arbeitsplatz (Sozialbereich) bin ich für die Versicherungen zuständig. Unserem Betrieb ist es nicht nur einmal passiert, dass Versicherungen gekündigt oder zumindest Prämienanpassungen durchgeführt wurden, sobald die Schadenssumme die Prämiensumme überschritten hat. Im Falle einer Haftpflichtversicherung wurden wir tatsächlich mit Aufstellungen konfrontiert, in denen Prämienzahlungen und Schadenszahlungen über mehrere Jahre gegeneinander aufgerechnet wurden.

Unter Solidargemeinschaft verstehe ich jedoch, dass – so wie es Herr Stingl beschrieben hat – „die Versicherungsleistung die eingezahlten Prämien übersteigen darf“. Mittlerweile ist diese Anschauung zu einer mehr oder weniger romantischen Idealvorstellung verkommen, die im beinharten Versicherungsbusiness keinen Platz mehr hat.

Dr. Peter Berger
Mutters
(aus KONSUMENT 11/2018)

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Kommentare

  • Solidaritätsprinzip
    von Ayla am 27.09.2018 um 20:54
    Ich teile die Meinung von Herrn Stingl, dass „die Datensammlerei dem Gedanken der Solidargemeinschaft widerspricht“.
    Ich gehe jedoch noch weiter, indem ich behaupte, dass die Versicherer das Solidaritätsprinzip sowieso gar nicht mehr befolgen, sondern rein gewinnorientierte Unternehmen geworden sind.
    Da mein Vater Versicherungsvertreter war, bin ich seit meiner Kindheit (ich bin jetzt 60) mit dem Thema Versicherung konfrontiert gewesen, und auch an meinem Arbeitsplatz (Sozialbereich) bin ich für die Versicherungen zuständig. Unserem Betrieb ist es nicht nur einmal passiert, dass Versicherungen gekündigt oder zumindest Prämienanpassungen durchgeführt wurden, sobald die Schadenssumme die Prämiensumme überschritten hat. Im Falle einer Haftpflichtversicherung wurden wir tatsächlich mit Aufstellungen konfrontiert, in denen Prämienzahlungen und Schadenszahlungen über mehrere Jahre gegeneinander aufgerechnet wurden.
    Unter Solidargemeinschaft verstehe ich jedoch, dass – so wie es Herr Stingl beschrieben haben – „die Versicherungsleistung die eingezahlten Prämien übersteigen darf“. Mittlerweile ist diese Anschauung zu einer mehr oder weniger romantischen Idealvorstellung verkommen, die im beinharten Versicherungsbusiness keinen Platz mehr hat.

    Dr. Peter Berger
    Mutters/Tirol
  • @chris1976
    von Grouper am 10.09.2018 um 21:47
    Es ist doch völlig egal, ob jemand Bleifuß Auto fährt. Entscheidend für die Haftpflichtversicherung ist doch, ob aus diesem Fahrverhalten verschuldete Unfälle resultieren. Und haben Sie schon einmal davon gehört, daß Haftpflichtschäden die Prämie beeinflußen, und somit ohnehin derjenige bestraft wird, der die Haftpflichtversicherung Geld kostet. Und was die Krankversicherung anbelangt: Es gibt nicht nur die, die ihre Gesundheit durch 60 Zigaretten am Tag ruinieren, sondern auch solche, die dies dadurch tun, was so schön verharmlosend Workaholic genannt wird.
  • Risikoverhalten
    von chris1976 am 04.09.2018 um 17:18
    Ich finde es nicht unsolidarisch wenn die Risikoabwägung in die Versicherungsprämie einfliesst. Wer bewusst (!) ein höheres Risiko eingeht, z.B ständig Bleifuss im Auto, oder 60 Zigaretten am Tag raucht soll auch sein persönlich höheres Risiko so bezahlen. Das ist solidarisch.